Ernst Lieb

Rauswurf rechtens: Der entlassende Mercedes-Manager Ernst Lieb unterliegt vor dem Landesarbeitsgericht Stuttgart. - Bild: dpa

Das Landesarbeitsgericht Stuttgart erklärte am Donnerstag die fristlose Kündigung des Managers für rechtens. Zuvor hatte der 58-Jährige Berufung gegen ein Urteil vom Arbeitsgericht eingelegt. Einem Vergleich hatten beide Seiten abgelehnt. Nach Auffassung der Erstinstanz hate Lieb seine “eigenen Interessen über die der Firma gestellt.”

Keine Revision möglich

Daimler hatte den Manager entlassen, weil er in seiner Dienstvilla auf Kosten des Konzerns unter anderem ein Heimkino und ein Fitnessstudio eingebaut haben soll. Allein die sogenannte Home-Entertainment-Anlage schlug mit Kosten von 90.000 Dollar (69.000 Euro) zu Buche.

Lieb betonte am Donnerstag erneut, einige der Einbauten gar nicht selbst in Auftrag gegeben zu haben – darunter der Fitnessraum mit verspiegelten Wänden. “Ich habe sie nicht bestellt”, sagte der 58-Jährige. Stattdessen habe sein Fahrer, der zugleich eine Art Hausmeister gewesen sei, die Entscheidung getroffen.

Das Gericht ließ das nicht gelten: “Meine Untergebenen haben das entschieden und da wehre ich mich nicht”, unkte der Vorsitzende Richter. “Das ist natürlich hochproblematisch.”

Daimler begrüßte das Urteil: “Wir freuen uns, dass das Gericht unserer Rechtsauffassung gefolgt ist”, sagte eine Sprecherin. Liebs Anwalt wollte die Entscheidung nicht kommentieren.

Lieb hatte vor seinem Rauswurf 36 Jahre lang für das Unternehmen gearbeitet und war 2006 an die Spitze von Mercedes-Benz in den USA gerückt. Sein Abgang sorgte für Schlagzeilen, weil er in der Branche als überaus beliebt galt und zudem Erfolge vorweisen konnte. Der frühere Manager muss sich nun geschlagen geben: Eine Revision ist nicht möglich.

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dpa/Guido Kruschke