Jürgen Stackmann

Die Übernahme der kriselnden spanischen VW-Tochter Seat wird für den neuen Chef Jürgen Stackmann zu einer echten Herausforderung. - Bild: VW

Bei VW laufen die Geschäfte rund, nur die spanische Tochter Seat verkauft immer weniger Autos. Auf den neuen Seat-Chef Jürgen Stackmann warten harte Aufgaben.

“Volkswagen muss nach wie vor stark daran arbeiten, die Marke Seat richtig zu positionieren”, sagte der Branchenexperte Stefan Bratzel am Dienstag. Die Abgrenzung der Marke im VW-Reich wird ebenso herausfordernd wie die Entwicklung des Vertriebs in den Zukunftsmärkten. Der Deutsche muss zunächst die Abhängigkeit Seats von Südeuropas Märkten verringern und die Tochter auf Vordermann bringen. In jüngerer Zeit wachse in der VW-Spitze offenbar auch die Ungeduld mit der Krisenmarke.

Laut spanischen Medien werde die wichtigste Herausforderung für Stackmann nun sein, vom Wolfsburger Mutterkonzern den Zuschlag für die Herstellung eines neuen SUVs zu bekommen. Seat wolle zudem versuchen, mit dem Starprodukt des Unternehmens, dem Kompaktwagen Leon, richtig Fuß in lebenswichtige Märkte wie China oder Russland zu setzen.

Ungeduld an der Konzernspitze wächst

Zuvor hatte Europas größter Autobauer mitgeteilt, dass Stackmann den bisherigen Chef der kriselnden spanischen Tochter, James Muir, zum 1. Mai ablöse. Muir wiederum wechsele in eine “leitende Funktion” im Konzern. Genaueres teilte VW zunächst nicht mit.

Die Wolfsburger machen mit Seat seit Jahren Verluste. Die VW-Tochter ist inzwischen in 77 Ländern präsent. Insgesamt lieferte man im vorigen Jahr 321.000 Fahrzeuge aus, 8,3 Prozent weniger als 2011. Der Umsatz stieg unterdessen um 22 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Muir hatte jüngst eingeräumt, dass das Unternehmen voraussichtlich auch 2013 keine Gewinne erwirtschaften werde.

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dpa/Guido Kruschke