Carlos Tavares breit

Der frühere Renault-Manager Carlos Tavares ersetzt im kommenden Jahr den amtierenden PSA-Chef Philippe Varin. - Bild: Renault

Peugeot Citroen bestätigte zudem, dass Tavares am 1. Januar in den Vorstand berufen und im Jahresverlauf den Chefposten von Philippe Varin übernehmen wird. Die Informationen waren zuvor aus Kreisen durchgesickert.

Der 55 Jahre alte Portugiese Tavares war bis August Renaults zweiter Mann hinter Konzernchef Carlos Ghosn. Er sah dort aber keine Chancen mehr, an die Spitze aufzusteigen. Er ließ seinerzeit in einem Interview aber keinen Zweifel daran, dass er sich in der Lage sieht, einen großen Autokonzern zu führen. Zu seinem Abschied hatte er damals angekündigt, er wolle persönliche Projekte vorantreiben.

“Mit der Entscheidung für Carlos Tavares stellt der Aufsichtsrat sicher, dass die Sanierungs- und Entwicklungsstrategie zur Bewältigung der aktuellen Krise langfristig umgesetzt und fortgeführt wird”, kommentierte Chefaufseher Thierry Peugeot. Tavares sei in der Autoindustrie ein bekannter Fachmann.

Tavares soll den Restrukturierungsprozeß fortsetzen

Peugeot Citroen teilte am Montagabend zudem mit, dass PSA-Chef Varin den Anstoß für den Chefwechsel gegeben hat. Die nächste Stufe der Konsolidierung sollte von einem neuen Boss gezündet werden. hieß es in der Mitteilung.

Peugeot Citroen steckt derzeit tief in der Krise. Das Unternehmen leidet stark unter dem schwachen Absatz in Europa und hat zuletzt horrende Verluste eingefahren. Nun versucht der angeschlagene Autobauer, mehr Kapital hereinzuholen. Wie informierte Personen berichten, könnten der chinesische Partner Dongfeng Motors und die französische Regierung jeweils einen Anteil an dem Konzern übernehmen. Auch General Motors ist an Peugeot Citroen beteiligt und den Franzosen im Rahmen einer strategischen Allianz verbunden.

Die Topmanager bei Dongfeng seien angesichts des Rekrutierungsprozesses und des möglichen Abgangs von Varin alarmiert, sagte eine der mit den Vorgängen vertrauten Personen. Sie fürchten um die Zusammenarbeit mit ihrem Haupt-Ansprechpartner in Frankreich.

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Dow Jones Newswires/dpa/Guido Kruschke