Patrick Pélata

Patrick Pélata: Renaults Vizechef stolpert über die Spionageaffäre. - Bild: Renault

Patrick Pélata ist zurückgetreten. Das bestätigte am Abend ein Renault-Sprecher nach einer außerordentlichen Verwaltungsratssitzung in Paris.

Der 55-Jährige Vizechef des französischen Automobilherstellers zog damit die Konsequenzen aus dem Untersuchungsbericht zum Spionageskandal um die angebliche Weitergabe von Entwicklungsinformationen. Der Bericht hatte unter anderem auch Fehler und Versäumnisse in der Unternehmensführung aufgeführt. Ob Pélata andere Aufgaben in der Gruppe übernehmen wird, blieb noch offen.

Renault hatte im Januar drei hochrangige Manager beschuldigt, firmeninternes Wissen über die Entwicklung von Elektroautos gegen Bezahlung an die chinesische Konkurrenz weitergegeben zu haben. Sogar der Vorwurf der Industriespionage stand im Raum, den die chinesische Regierung scharf zurückwies.

Im Zuge der Ermittlungen stellte sich jedoch heraus, daß ein Mitarbeiter der internen Sicherheitsabteilung den Vorwurf der Spionage unter Berufung auf einen anonymen Informanten aufbrachte, der offenbar gar nicht existierte. Die Informationen stellten sich als falsch heraus.

Kein Nachfolger in Sicht

Einen möglichen Nachfolger für Patrick Pélata wurde nicht genannt. Möglicherweise wird sich Renault von weiteren Führungskräften trennen, darunter Christian Husson als Leiter der Rechtsabteilung und Rémy Pagnie, der Sicherheitschef des Konzerns.

Die zu Unrecht der Spionage verdächtigten Manager sollen dem Vernehmen nach finanziell entschädigt werden.