Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)

Was die Wahl von Donald Trump für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den USA konkret bedeutet, sei laut Wissmann heute noch nicht vollständig erkennbar. Bild: VDA

Weiter heißt es in einer offiziellen Stellungnahme: „Als Präsident der größten Volkswirtschaft trägt er große Verantwortung für sein Land, aber auch für die Weltkonjunktur und die internationalen Beziehungen. Es ist zu hoffen, dass viele seiner Ankündigungen dem Wahlkampf geschuldet waren und dass sein Regierungshandeln selbst durch einen moderateren Kurs geprägt sein wird. Eine stabile industrielle Basis ist nicht nur für Europa, sondern auch für die USA wichtig, damit das Wirtschaftswachstum der großen Volkswirtschaft – derzeit gekennzeichnet von positiven Faktoren wie Beschäftigungsaufbau, sinkender Arbeitslosigkeit und guter Lohnentwicklung – gesichert wird und weiter Fahrt aufnehmen kann.“

Mehr Protektionismus oder zusätzliche Handelsbarrieren würden den Vereinigten Staaten ebenso schaden wie ihren Handelspartnern, heißt es in Wissmanns Rede weiter. Deswegen sei TTIP von besonderer Bedeutung. So hoffe der VDA, „dass es auch mit Donald Trump weitere Impulse für die TTIP-Verhandlungen gibt. Gemeinsam können die USA und Europa hohe Standards setzen, die dann global Vorbild sein werden“.

Die Automobilindustrie stehe für den freien Welthandel: „Der Zugang zu den internationalen Märkten und der Abbau von Handelsschranken sind zentrale Voraussetzungen für die Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit und damit für Wachstum und Beschäftigung. Sollte der Abschluss bilateraler Vereinbarungen künftig schwieriger werden, sollten die Bemühungen der Welthandelsorganisation gestärkt und neue Strategien für multilaterale Freihandelsabkommen entwickelt werden“, erklärte Wissmann

Zudem zeige die Wahl in den USA eines ganz deutlich: Der Wettbewerb der großen Industrienationen würde härter, das Ringen um industrielle Produktionsstandorte nehme zu. „Es steht zu befürchten, dass die USA unter ihrem neuen Präsidenten ebenso wie China vor allem auf ihre eigene Wirtschaft schauen – zu Lasten internationaler Beziehungen und Handelsströme“, so Wissmann.

Industriepolitischen Fahrplan zum Klimaschutzplan 2050

Für Deutschland und Europa müsse das ein Signal sein, die eigene Wettbewerbsfähigkeit im Blick zu behalten und für ein politisches Umfeld zu sorgen, das Industrieproduktion unterstützt und nicht ausbremse. So müsse Deutschland sicherlich auch künftig eine umweltpolitische Vorreiterrolle spielen. „Gleichzeitig gilt es aber, alles daran zu setzen, dass diese nicht zum Hemmschuh für die eigene Industrie wird und damit Wohlstand und Arbeitsplätze gefährdet. In diesem Sinne wäre es richtig, dem Klimaschutzplan 2050 einen konkreten industriepolitischen Fahrplan 2050 an die Seite zu stellen.“