Nach John Calabrese nun Jim Federico: Offiziellen Angaben von GM zufolge hat auch der jüngste

Nach John Calabrese nun Jim Federico: Offiziellen Angaben von GM zufolge hat auch der jüngste Rücktritt nichts mit der aktuellen Krise um defekte Zündschlösser zu tun. Bild: GM

Federico hatte eine betriebsinterne Untersuchung zu den defekten Zündschlössern geleitet, die letztlich für den Unfalltod von 13 Menschen verantwortlich sein sollen. Der Ingenieur war früher ein direkter Untergebener der jetzigen Firmenchefin Mary Barra. Seit September 2013 war er Geschäftsführer der globalen Fahrzeugintegration, davor leitender Chef-Ingenieur für Kleinwagen, Geländewagen und Elektrofahrzeuge. Er arbeitete bereits seit 36 Jahren bei GM.

Laut GM-Dokumenten, die letzten Monat vom US-Kongress veröffentlicht wurden, hatte Federico Berichte von einem Ingenieur aus der Produkt-Forschungsabteilung erhalten, anhand derer die Ursache des Airbag-Fehlers in GM-Fahrzeugen ermittelt werden sollte. Diese Untersuchung führte letzlich zu den defekten Zündschlössern. 2012 war Federico „Champion“ dieser Untersuchung. Damit wird eine höhere Leitungsfunktion bezeichnet, die die internen Ressourcen steuert.

GM-Sprecher Jim Cain sagte, Federicos Rückzug sei seine eigene Entscheidung gewesen und habe nichts mit den defekten Zündschlössern zu tun: „Wir gratulieren ihm zu seiner Pensionierung und wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft“, sagte Cain laut der Nachrichtenagentur Reuters. In einer internen Mitteilung von GM hieß es demzufolge, Federico plane “sich neuen Technik- und Design-Herausforderungen außerhalb der Automobilindustrie zu stellen”. Federico war demnach noch zu keiner Stellungnahme bereit.

Unter Federicos Leitung analysierte das Untersuchungsteam die Zündschlösser von GM-Modellen und bat den Schalter-Lieferanten Delphi Automotive um Hilfe. Während dieses Prozesses im Oktober 2013 entdeckte das Team, dass das Schalterdesign Jahre zuvor im Auftrag des Zündschloss-Ingenieurs Ray DeGiorgio geändert wurde. Er wurde vor kurzem von GM suspendiert. DeGiorgio sollte das Design ändern, änderte aber laut den Dokumenten nicht die Teilenummern. Die führte zu Verwirrung, als Ermittler untersuchten, warum einige Modelle Probleme damit hatten und andere nicht.

Federicos Ausscheiden folgt auf den Rückzug des Global-Engineering-Chefs John Calabrese.

Marina Reindl / Andreas Karius