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Uber-Verwaltungsrätin Ariana Huffington: darf nicht länger Unternehmenskultur geben, in der "brilliante Arschlöcher" toleriert würden. Bild: Twitter

Nach sechs Monaten hatte Jeff Jones genug und warf seinen Job als Präsident beim Fahrdienstvermittler Uber wieder hin. Eine der wesentlichen Aufgaben des erfahrenen Krisenmanagers sollte sein, das durch diverse Skandale beschädigte Image des mit 60 Milliarden US-Dollar bewerteten Startups wieder aufzupolieren. Eine heikle Mission, denn: das größte Problem des Unternehmens ist sein Gründer Travis Kalanick. Zum Abschied hatte Jones einen mehr als deutlichen Gruß an dessen Adresse geschickt: die Art, wie Uber geführt werde und die Werte, die in dem Unternehmen gelebt würden, seien nicht mit seinen ethischen Vorstellungen vereinbar.

Inzwischen sind weitere Details zu Jones´ Abgang bekannt geworden. Detroit News berichtet unter Verweis auf Insider, dass Jones bereits bei seiner Antrittstour durch die Uber-Niederlassungen in aller Welt die Zusammenarbeit mit Kalanick als höchst problematisch dargestellt hatte. Bekannt wurde auch, dass drei weitere Topmanager angesichts der Skandalwelle das Handtuch geworfen haben

Bei Uber brennt es derzeit an mehreren Fronten. So hatte eine ehemalige Software-Entwicklerin via soziale Medien publik gemacht, dass bei Uber Frauen-Diskriminierung an der Tagesordnung sei. Google-Schwesterfirma Waymo wirft Uber in einer Klage den Einsatz von Lidarsensor-Technologie für selbstfahrende Autos vor, die ein ehemaliger führender Mitarbeiter gestohlen habe. Und Kalanick persönlich hat mit einem im Video festgehaltenen Streit mit einem Fahrer für Negativschlagzeilen gesorgt. Danach gelobte der Firmengründer Besserung, zumindest Jones scheint nicht daran geglaubt zu haben. Angesichts der Milliardenverluste, die Uber derzeit bei seiner globalen Expansion macht, werden die Investoren immer nervöser.

Nach dem von schrillen Tönen begleiteten Abgang von Jones fragen sich US-Medien, ob Uber angesichts der herrschenden Zustände überhaupt noch die geeignete Manager findet, um das Unternehmen aus der Krise zu führen.

Zumindest die Rückendeckung des Aufsichtsrats hat der Uber-Gründer noch. Das Gremium habe Vertrauen in Kalanick, sagte  Gremiumsmitglied Arianna Huffington in einer Telefonkonferenz in der Nacht zum Mittwoch. Sie betonte aber, dass das angeschlagene Image schnellstens verbessert werden müsse. Wörtlich sagte Huffington, dass es eine Firmenkultur, in der  „brilliante Arschlöcher“ toleriert würden, nicht länger geben dürfe.