Geboren wurde Wolfgang Porsche am 10. Mai 1943 in Stuttgart als jüngster Sohn von Dorothea und Ferry Porsche, dem Begründer der Sportwagenmarke Porsche. Sein Großvater war der geniale Automobilkonstrukteur Ferdinand Porsche, der mit seinem Stuttgarter Konstruktionsbüro Automobilgeschichte schrieb. Untrennbar ist der Name des Porsche-Gründers mit dem VW-Käfer verbunden.

Die ersten sechseinhalb Lebensjahre verbrachte Wolfgang Porsche auf dem “Schüttgut” in Zell am See/Österreich, dem Gutshof seines Großvaters Ferdinand Porsche. 1950 kehrte die Familie mit dem Unternehmen nach Stuttgart zurück. 1965 absolvierte er das Abitur. Außerdem legte er die Gesellenprüfung als Schlosser ab. Anschließend studierte Porsche an der Hochschule für Welthandel in Wien mit Abschluss als Diplom-Kaufmann. Eine Promotion zum Doktor der Handelswissenschaften folgte 1973.

Erfolgreicher Geschäftsmann und Porsche-Aufsichtsrat

Anders als sein Vater Ferry und Großvater Ferdinand trat Wolfgang Porsche nicht als Autokonstrukteur in Erscheinung. Und während sein Bruder Ferdinand Alexander als Designer des Porsche 911 in die Geschichte der Zuffenhausener Sportwagenschmiede einging, war der jüngste Porsche-Sprößling zunächst selbstständiger Unternehmer: Als geschäftsführender Gesellschafter der Firma Jamoto wurde er österreichischer Generalimporteur für Yamaha-Zweiräder. 1976 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete in Stuttgart für die damalige Daimler-Benz AG fünf Jahre als Vertriebsmanager in unterschiedlichen Bereichen im In- und Ausland.

1978 wurde er in den Aufsichtsrat der Porsche AG berufen, dessen Vorsitz er im Januar 2007 übernahm. Mit Gründung der Porsche Automobil Holding SE im Juni 2007 wurde er auch zum Aufsichtsratsvorsitzenden dieser Gesellschaft gewählt. Seit dem 24. April 2008 gehört Wolfgang Porsche darüber hinaus dem Volkswagen-Aufsichtsrat an.

Zwischen Sportwagen und Almabtrieb

Nach dem Tod seines Vaters Ferry im Jahr 1998 wählte ihn die Porsche-Familie zu ihrem Sprecher. Der vierfache Vater lebt abwechselnd in Salzburg und auf dem “Schüttgut” in Zell am See, das er aus dem Familienbesitz erworben hat. Dort, im Salzburger Land, betreibt er einen alpenländischen Bio-Bauernhof mit rund 200 Milchkühen. Auch als leidenschaftlichen Jäger ist Porsche der Natur eng verbunden.

Wolfgang Porsche

Still und bescheiden. Wolfgang Porsche gilt als bodenständiger und traditionsbewusster Familienmensch. - Bild: Porsche

Im Mittelpunkt seines Lebens steht seit früher Jugend die Begeisterung für Sportwagen. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte eine private Oldtimersammlung. Sie umfasst zahlreiche höchst seltene Porsche-Fahrzeuge, die von ihm regelmäßig bewegt werden.

Während seinen Cousin Ferdinand Piëch, den Autokonstrukteur, Manager und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden von Europas größtem Autobauer Volkswagen, eine Aura kühler Unnahbarkeit und kompromissloser Willenskraft umgibt, gilt Wolfgang Porsche als bodenständiger und traditionsbewusster Familienmensch.

Hohes Ansehen in der Porsche-Belegschaft

Porsche-Chef Matthias Müller würdigt den “unschätzbaren Wert” des Jubilars für den Sportwagenhersteller: “Dass ein Mitglied der Gründerfamilie unser Unternehmen aktiv international repräsentiert, ermöglicht den vielen Porsche-Freunden eine außergewöhnliche Identifikation mit der Marke und ihren Produkten.”

Bei den Arbeitnehmervertretern hat Porsche einen ungewöhnlich guten Ruf: “Er ist ein selbstbewusster Arbeitgeber mit einem großen Herzen”, sagt Betriebsratschef Uwe Hück. Mit seiner diplomatischen Art schaffte er es, die Interessen seiner Firma auch nach dem missglückten Übernahmeversuch von VW gegen die Dominanz seines Cousins Piëch zu sichern. Dem bescheinigte Porsche-Urenkel Peter Daniell Porsche vor gut einem Jahr die reine “Lust an der Macht”.

Der Jubilar sieht seine wesentliche Aufgabe heute und in Zukunft darin, das Werk, das sein Vater Ferry und sein Großvater Ferdinand Porsche begonnen und aufgebaut haben, zusammen mit den Mitgliedern der Familien Porsche und Piëch in deren Sinne fortzuführen und dass Porsche eine ebenso unverwechselbare wie eigenständige und starke Marke bleibt.

Eine starke Marke – der Tradition und der Zukunft verpflichtet

Aus dieser Grundhaltung heraus hat er nicht nur 1992 die Kapitalerhöhung maßgeblich mitgetragen, um so die Unabhängigkeit des Familienunternehmens zu sichern, sondern auch alle weiteren wichtigen Unternehmensentscheidungen mit beeinflusst: Hierzu zählen insbesondere die Erweiterung des Produktportfolios um den Roadster Boxster, den sportlichen Geländewagen Cayenne sowie den viersitzigen Gran Turismo Panamera, der Bau des Leipziger Werks und nicht zuletzt der Einstieg der Porsche AG beim Volkswagen-Konzern im Jahr 2005.

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Porsche/Bild/T-Online/Guido Kruschke