Beim Trailer-Assist im neuen Passat wird der aktuelle und der mögliche Fahrtwinkel im

Beim Trailer-Assist im neuen Passat wird der aktuelle und der mögliche Fahrtwinkel im Kombiinstrument visualisiert. Die Lenkbefehle erfolgen über die Spiegeleinstellung, die beim Trailer-Assist zum Joystick wird. Bild: Volk

Da freuen sich Holländer und Handwerker. Das Rückwärtsfahren oder gar das Rückwärtseinparken mit Anhänger gehört zu den Schrecken selbst erfahrener Fahrerinnen und Fahrer. Im neuen Passat, der in Deutschland Mitte November an den Verkaufsstart kommt, wird das nun zur leichten Übung, hält doch mit dem sogenannten Trailer-Assist das fast autonome Einparken Einzug.

Wie das in der Praxis funktioniert, haben wir bei der derzeit in Sardinien laufenden Fahrpräsentation ausprobiert. Die erste Botschaft ist banal, bei neuen Systemen aber von gehobener Bedeutung: es funktioniert – und zwar ziemlich einfach. Und wie funktioniert es? Um das Gespann von einer Straße rückwärts in eine Einfahrt zu spedieren, muss man das Fahrzeug erstmal möglichst gerade ausrichten. Das ist wichtig, weil von diesem Ausgangspunkt die Kameras das Umfeld des späteren Fahrwegs detektieren.

Video: Test des neuen Systems bei der Fahrvorstellung in Sardinien

Steht die Fuhre, wird via Tastendruck über dem Display das System aktiviert. Im Kombiinstrument werden der aktuelle und mögliche Fahrtwinkel visualisiert. Dies geschieht auf Basis von Bildverarbeitungsalgorithmen aus den Daten der Rückfahrkamera, die den Knickwinkel des Anhängers beobachtet und auswertet. Durch die optische Erfassung des Knickwinkels erfolgt die Lenkwinkelberechnung unabhängig von speziellen Anhängertypen und Deichseln. Allerdings sollte der Anhänger über eine ordentliche elektronische Verkabelung zum Zuggerät verfügen, weil sonst das System den Hänger nicht erkennt und den für die Knickwinkelberechnung notwendigen Abstand zur Achse des Hängers nicht berechnen kann.

Spiegeleinstellung als Joystick

Clou an dem System: die Spiegeleinstellung übernimmt die Rolle als Joystick. Über diesen kann die gewünschte Fahrtrichtung des Gespanns stufenlos eingestellt werden. Dabei übernimmt das Auto die via Spiegeleinstellschalter vorgegebenen Lenkbefehle des Fahrers. Sind die Einstellungen erfolgt, geht es los. Dabei bedient der Fahrer selbst lediglich Bremse und Gaspedal. Die Lenkung übernimmt das Fahrzeug, wobei Korrekturen über den Spiegeleinstellung-Joystick erfolgen. Der Einparkvorgang erfolgt bis zu einer Geschwindigkeit von 3 km/h autonom. Durch den Griff ans Lenkrad wird der Trailer Assist abgeschaltet und der Fahrer übernimmt.

Das technisch komplexe Zusammenwirken im Hintergrund beschert dem Fahrer einen sehr entspannten Einparkvorgang. Bis zur Einstellung des Systems braucht es – bei sanfter Unterstützung durch einen Experten – etwa 5 Minuten. Hat man den Dreh erst Mal raus, dürfte sich das Prozedere in unter einer Minute bewältigen lassen.

VW rechnet angesichts der Beliebtheit des Passat als Familienauto und Fuhrparkmobil mit einer hohen Ausstattungsquote. Für alle Gespannfahrer scheint der Autobauer da einen echten Helfer an Bord genommen zu haben. Natürlich lässt sich VW das bezahlen. Für das Sytem ruft der Autobauer 620 Euro auf. Nicht erhältlich ist der Trailer-Assist allerdings für den Passat in der Ausstattungsvariante Trendline.

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Frank Volk