Kia Cee'd

Für den neuen Cee’d entwickelte Kia einen 1-Liter-Benziner mit 100 PS. – Bild: Kia

Seit dem 24. August läuft im slowakischen Zilina das überarbeitete Kompaktmodell Cee?d vom Band. Es ist mehr als ein Facelift, aber weniger als ein komplett neu entwickeltes Modell.

Neu ist, dass die koreanische Marke zum Produktionsstart gleich mit der kompletten Modellfamilie aufwartet und nicht Modell für Modell über einen längeren Zeitraum in den Markt schiebt. Außerdem gibt es alle drei Karosserievarianten des Kompaktmodells (Fünftürer, Dreitürer, Kombi) zukünftig in einer weiteren Ausführung ? der GT Line -, die sich optisch an den sportlich-starken GT-Modellen orientiert.

Der Kia Cee?d ist der Bestseller für die koreanische Marke in Deutschland und war 2006 das erste komplett in Europa und für Europa entworfene Fahrzeug von Kia. Die neue Modellfamilie ist nun sportlicher und wurde vom Entwicklungszentrum in Rüsselsheim auch wesentlich wertiger gestaltet: Die Stoßfänger sind jetzt breiter und kantiger, die Lichter auffälliger, die Kühlergrills präsenter ? und der Innenraum in den höherwertigen Modellen reicht an VW-Niveau heran. Der Antriebspalette der Cee?d-Familie stellt Kia einen in Korea entwickelten 1,0-Liter-Turbobenziner mit Direkteinspritzung und einer Leistung von 100 PS anbei. Er wird mit einem ebenfalls neu entwickelten siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe ausgeliefert.

Ab 26. September beim Händler

Für den Kia-Deutschland-Chef Steffen Cost soll die Cee?d-Familie nochmals Schub beim Absatz bringen, wenn die Modelle ab dem 26. September bei den Händlern stehen. Zwischen 2010 und 2013 hatte die Marke in Deutschland ein Absatzhoch und konnte die Verkaufszahlen verdoppeln: Ende 2013 betrug der Deutschland-Absatz 54.654 Einheiten.

Dann ging es bergab: 2013 Kia musste sein Händlernetz komplett restrukturieren ? sprich: alle Händler kündigen. Die Verträge hatten über 20 Jahre unverändert bestanden, heißt es, und hätten auch rechtlichen Belangen nicht mehr entsprochen. Aktuell sind es nun 361 Händler in Deutschland und 179 Servicebetriebe. Zudem wurde seit dem die Re-Import-Fahrzeug-Quote gesenkt und das fast unrentable Vermietgeschäft herunter gefahren.

Steffen Cost Kia

Erhofft sich vom neuen Cee’d einen Wachstumsschub: Kia-Deutschland-Chef Steffen Cost. – Bild: Kia

Das letzte Verkaufsjahr, also 2014, endete mit einem Minus von fünf Prozent und nur 53.549 verkauften Fahrzeugen. Für 2015 nimmt Steffen Cost wieder Fahrt auf und plant, mindestens die Ergebnisse von 2013 zu schaffen. Die in der ersten Jahreshälfte verkündeten 60.000 Einheiten werden sie aber nach eigenen Aussagen nicht ganz schaffen. “Wir wollen nicht mit Biegen und Brechen auf die 60.000 Fahrzeuge kommen”, so Cost.

Der neue Kia-Deutschland-Chef sitzt seit 1. März in der Frankfurter Kia-Zentrale. Zuvor verantwortete er als Vertriebsdirektor für Nissan die DACH-Region. Er will mit Kia in Deutschland dauerhaft wachsen und bekannte Verkaufstricks wie Vermietung oder eine ungesunde Anzahl an Händlerzulassungen eher außen vor lassen. “Die Basis für Wachstum, sprich die Produkte, sind da. Aber jetzt muss die Marke folgen”, so Cost. Er habe sich intensiv mit zehn seiner Händler ausgetauscht. Ergebnis: rund 80 Prozent aller Deutschen kennen die Marke Kia nicht. “Und das müssen wir natürlich ändern”.

Flottenverkäufe vorantreiben

Zu seinen Plänen zählen außerdem, die Flottenverkäufe voranzutreiben. “Die sind noch unterdurchschnittlich”. Und, so der Kia-Deutschland-Chef, werde man versuchen auch die Kundenloyalität zu verbessern. Auch die Konnectivität der Modelle soll noch besser werden und zügiger vorangetrieben werden.

Die Perspektiven für Kia-Kunden sind gut. Neben den komplett neuen Modellen Kia Optima und Sportage, die beide auf der IAA ihre Weltpremiere feiern, werden 2016 fünf weitere Fahrzeuge durch Nachfolge-Modelle ersetzt. Bis 2018 sind dann vier komplett neue Modelle geplant ? auch in für Kia neuen Segmenten.

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Bettina Mayer