Frank Weber beim Mobility Circle 2022

"Die Kenntnis über die Batteriezelle ist elementar für einen Automobilhersteller", sagt BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber. (Bild: facesbyfrank)

BMW galt lange als deutscher Vorreiter in Sachen Elektromobilität. Vor knapp zehn Jahren feierte der i3 Premiere. Mittlerweile sind diverse Modelle dazugekommen und ab 2025 will der OEM das vielleicht größte industrielle Vorhaben der Konzerngeschichte in einer rein elektrischen Plattform umsetzen, beschreibt Entwicklungsvorstand Frank Weber auf dem Mobility Circle 2022 in München.

Doch wie passt es da ins Bild, dass die jüngst vorgestellte 7er-Reihe immer noch einen Verbrenner enthält? Was Kritiker Unentschlossenheit nennen, ist für Weber alternativlos. „Niemand kann heute prophezeien, wie der Markt in fünf Jahren aussehen wird“, sagt er.

Fokus auf Grünstrom, Rohstoffe, Laden und Recycling

Zur Elektromobilität gehöre mehr als nur ein Produkt zu machen, stellt der Entwicklungsvorstand klar. Die BEV-Economy, wie er sie nennt, umfasst vier zentrale Aspekte. Zunächst den Grünstrom. Dieser müsse in ausreichender Menge und zu wirtschaftlichen Konditionen vorhanden sein. Als zweiten Punkt nennt Weber grüne Rohstoffe. Es müsse klar sein, wo diese herkommen und dass die Rohstoffketten transparent werden. Punkt drei ist das Thema Laden. „Ohne eine erfolgreiche Ladeinfrastruktur wird BEV nicht fliegen.“ Schlussendlich zählt Weber noch das Thema Recycling auf. Wenn kostbare Materialien aus einem Hochvoltspeicher nicht zurückgeführt werden können, werde sich Elektromobilität nicht im erhofften Maße entwickeln.

Deutschlands Aufholbedarf bei der Batteriezelle

Nicht nur der Halbleitermangel hat gezeigt, wie abhängig die deutsche Industrie von China ist. Bei der Batteriezelle sieht Weber ähnlich große Probleme. Die Kenntnis über die Batteriezelle sei elementar für einen Automobilhersteller. „Der Aufholbedarf bei der Batteriezelle ist gigantisch für das Industriesystem Deutschland“, so der BMW-Manager. Gleichzeitig betont er den Stellenwert der Rohstoffsituation. Wenn diese sich nicht entschärfe, bestehe nicht im Entferntesten die Chance, an die Umweltbilanz eines modernen Verbrenners heranzukommen.

„Riesige“ Stückzahlen mit der Neuen Klasse

Die Zeit sei reif, BMW auf eine neue Technologieplattform zu stellen. Der Name Neue Klasse sei in Anlehnung an die frühen 60er Jahre gewählt worden, weil sie ähnlich fundamental für BMW sei. Dadurch, dass alles, was E-Mobilität betrifft, auf einer Plattform für ganz BMW in Summe gestellt werden soll, erhofft sich das Unternehmen positive Skaleneffekte. Geplant ist, die Produktion in den volumenstärksten Segmenten zu beginnen, um sicherzustellen, dass schnell hohe Effekte entwickelt werden können.

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