VW-Hauptstandort macht große Schritte in den Bereichen Elektrifizierung und Digitalisierung

Verschiedene Projekte sollen das Stammwerk Wolfsburg zu einem Produktionsstandort transformieren, der im Hinblick auf Zukunftsthemen als Vorbild für alle anderen Volkswagen Werke dient. (Bild: Volkswagen )

Das 1938 erbaute Volkswagen-Stammwerk beschäftigt als größtes Automobilwerk der Welt nicht nur rund 60.000 Mitarbeiter, sondern dient gleichzeitig als Unternehmenszentrale und Hauptsitz der Marke Volkswagen Pkw. Von der 6,5 Quadratkilometer großen Gesamtfläche des Werks ist ein großer Teilbereich der technischen Weiterentwicklung in bedeutenden Bereichen wie E-Mobilität, Digitalisierung oder dem autonomen Fahren gewidmet. Dementsprechend hohe Summen investiert der Konzern in die Mobilität von morgen. Im Rahmen der Planungsrunde 70 wurden 21 Milliarden Euro der Gesamtinvestitionssumme von 159 Milliarden Euro den neun niedersächsischen Werken zugewiesen. VW-Aufsichtsrat und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil erklärt: „Dass 21 Milliarden Euro in die niedersächsischen Standorte in Wolfsburg, Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Osnabrück und Emden fließen, ist einmal mehr ein Zeichen, dass der Weltkonzern Volkswagen sich zu seinen niedersächsischen Wurzeln bekennt.“

Ebenfalls in der Planungsrunde festgehalten wurde, dass dem Konzern- und Produktionsstandort Wolfsburg bis 2030 durch diverse Projekte eine internationale Zukunftsfähigkeit verliehen werden soll, mit der das Automobilwerk als Vorbild und zuverlässige Stütze des Konzerns auftreten kann. Ein Stück näher kam Volkswagen seiner Vision der Elektromobilität, die unter anderem durch den Transformationsprozess in Wolfsburg umgesetzt werden soll, bereits im letzten Jahr. Trotz der schwerwiegenden Einschränkungen durch die andauernde Halbleiterkrise konnten 369.000 Elektrofahrzeuge weltweit ausgeliefert werden. Laut Unternehmensangaben werden im Werk Wolfsburg selbst mehrere 100.000 Fahrzeuge pro Jahr gefertigt. In der Zeit vor der Coronakrise lag die Produktionskapazität im oberen sechsstelligen Bereich.

Elektro-Vorreiter für europäische Standorte

Um auch weiterhin speziell im Thema Elektromobilität konkurrenzfähig zu bleiben, stehen im seit 2021 von Rainer Fessel geleiteten Wolfsburger Werk in naher Zukunft einige große Projekte an. Rund zwei Milliarden Euro werden in den Bau eines Fertigungsstandortes für das neue E-Modell Trinity investiert. Bereits im Frühjahr 2023 beginnen planmäßig die Bauarbeiten hierfür im Wolfsburger Stadtteil Warmenau, in direkter Nachbarschaft zu Volkswagens Stammwerk. Vor allem wird die CO2-Neutralität des Trinity Werkes betont, die auf den schrittweisen Umbau des Wolfsburger Standorts und aller weiteren Volkswagen-Werke in Sachen Nachhaltigkeit hinweisen soll. Mit Trinity vergrößert sich die Palette der in Wolfsburg gefertigten Modelle um eines der fortschrittlichsten elektrisch betriebenen Fahrzeuge auf dem Markt. Aktuell laufen in Wolfsburg die Modelle VW Golf (GTE, GTI, R, Variant), Tiguan (R, e-Hybrid), Touran, Seat Tarraco und Seat Tarraco e-Hybrid vom Band.

Durch die Einführung des Modells auf Basis der neuen Scalable Systems Platform (SSP) sollen perspektivisch die E-Plattformen MEB und PPE zusammengeführt und schließlich ersetzt werden. Alle Modelle sollen zukünftig dann auf Basis der SSP gebaut werden. Markus Duesmann, CEO von Audi, sagte: „Die Einführung von SSP bedeutet, dass wir unsere Stärken im Plattformmanagement nutzen und auf unseren Fähigkeiten aufbauen, um Synergien über alle Segmente und Marken hinweg zu maximieren.“ Markenübergreifend ermögliche die neue Mechatronics-Plattform durch neue Funktionalitäten eine vollständige Vernetzung des Fahrzeuges mit dem Mobilitäts-Ökosystem. Mit einer solchen Verflechtung zwischen Fahrzeug und Umwelt sollen die Voraussetzungen für autonomes Fahren auf Level 4 ermöglicht werden.

Schnellere Datenübertragung durch 5G

Doch nicht nur mit Blick auf das Fahrzeug selbst tut sich in Wolfsburg in Sachen Vernetzung einiges: Innerhalb eines Pilotprojektes soll die Tür zu einem vollvernetzten, optimierten Produktionsprozess der Zukunft geöffnet werden. Mit der 5G-Technologie, die seit Oktober 2021 in einigen Bereichen des Wolfsburger Werkes getestet wird, könnte ein großer Schritt in Richtung smarte Fabrik realisiert werden.

Grundsätzlich ermöglicht die privat beantragte Funkfrequenz durch die exklusive Nutzung für den Produktionsprozess eine zuverlässige und verzögerungsfreie Datenübertragung. Neben fahrerlosen Transportsystemen und der Fernsteuerung von Anlagen in Echtzeit wäre mit einem voll belastbarem 5G-Netz auch das kabellose Bespielen von Fahrzeugen mit großen Datenmengen möglich, was den Produktionsprozess deutlich vereinfachen könnte. „Unser Ziel ist es, unsere Produktion kontinuierlich zu optimieren, sie noch leistungsfähiger und flexibler zu gestalten“ unterstreicht Christian Vollmer, Vorstand für Produktion und Logistik.

800 Millionen Euro für neues Entwicklungszentrum

Um auch weiterhin in allen relevanten Zukunftsthemen weit vorn mitzuspielen, baut Volkswagen außerdem dieses Jahr nach eigenen Aussagen das „modernste Entwicklungszentrum Deutschlands“ unter dem Namen Campus Sandkamp am Standort Wolfsburg. Die neue Forschungseinrichtung für etwa 800 Millionen Euro bildet dann unter anderem den Kern für die Entwicklung der neuen SSP-Plattform. Mit seinen mehr als 4.000 Arbeitsplätzen im Projekthaus und Integrationszentrum soll der Campus Sandkamp zugleich zum Leuchtturmprojekt für die Zukunft des Arbeitens bei Volkswagen werden.

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