Produktion von Fahrzeugen

Die gesamte Industrie gerät bei der Beschaffung von Rohstoffen immer stärker unter Druck. (Bild: Adobe Stock / jeson)

„Die erhoffte Entspannung ist ausgeblieben“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Ein Ende der Flaschenhals-Rezession in der Industrie ist nicht in Sicht.“ Wie das Forschungsinstitut weiter mitteilte, ist in nahezu allen Branchen die Anzahl der Unternehmen mit Beschaffungsproblemen gestiegen. Als einzige Ausnahme verwiesen die Ifo-Experten auf die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Dort sei der Anteil der Unternehmen, die über einen Materialmangel klagen, von 90 auf 85 Prozent gesunken. „Damit zählt die Branche aber auch weiterhin zu den am stärksten betroffenen“, hieß es. Im Bereich Maschinenbau hätten 86 Prozent der Unternehmen über Engpässe geklagt, in der Autoindustrie 88 Prozent.

Die weiterhin angespannte Lage bei der Beschaffung bei gleichzeitig sehr gutem Auftragsbestand bleibt nicht ohne Konsequenzen für die Preisentwicklung. „Noch nie haben so viele Unternehmen angekündigt, ihre Preise zu erhöhen“, sagte Wohlrabe.

Die Branche gerät aus vielen Richtungen unter Druck

Etwa in Folge der Halbleiterkrise könnten Unternehmen aktuell nur noch bedingt auf Materialknappheiten reagieren, erklärt Branchenexperte Constantin Gall vom Beratungsunternehmen EY. Langfristige Verträge und unterschiedliche Bevorratungsstrategien ließen wenig Spielraum. "Derzeit fahren alle auf Sicht." Künftig müssten verlässliche Partnerschaften mit Lieferanten wichtiger sein, als "das letzte Quäntchen an Kostenoptimierung herauszuholen“, so Gall.

Das aktuell größte Problem der Autobranche, der Mangel an Halbleitern, wirkt sich derweil vor allem auf die Zuliefererbetriebe negativ aus. Einer Analyse des Beratungsunternehmens PwC zufolge betrachten sich derzeit nur noch 24 Prozent der Zulieferer der Autobranche als finanziell solide aufgestellt. 42 Prozent bezeichnen die finanzielle Lage als angespannt.

Gleichzeitig drohen der Branche aktuell auch Engpässe bei der Belieferung mit Aluminium. „Wir hören bereits von ersten Zulieferern und Vorlieferanten, dass deren Aluminiumlager derzeit rapide schrumpfen“, sagt etwa Lars-Peter Häfele vom auf Beschaffung und Supply Chain Management spezialisierten Beratungsunternehmen Inverto gegenüber dem Handelsblatt. Ähnliche Probleme drohen einem Artikel der Wirtschaftswoche zufolge auch bei den für E-Fahrzeuge zentralen Rohstoffen Lithium und Kobalt.

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dpa