Hella auf der IAA 2019

Hella zeigt auf der IAA Konzepte für Elektromobilität und autonomes Fahren. Die Kernkompetenzen Lichttechnik und Elektronik sollen dabei eine zentrale Rolle spielen. Bild: Hella

| von Andreas Reinshagen

Im Mittelpunkt der Hella Präsentation auf der diesjährigen IAA stehen Lösungen für die Bereiche Elektrifizierung und Autonomes Fahren. „Die Transformation der Mobilität in Richtung Autonomes Fahren und Elektromobilität schreitet unaufhaltsam voran. Die Hella Kernkompetenzen Lichttechnik und Elektronik spielen auf diesem Weg eine zentrale Rolle“, sagt Dr. Rolf Breidenbach, Vorsitzender der Hella Geschäftsführung. „So wollen wir mit unseren innovativen Produktlösungen einen Beitrag dazu leisten, die Mobilität von Morgen sicherer, komfortabler und umweltfreundlicher zu gestalten. Was das konkret bedeutet, veranschaulichen wir anhand zahlreicher ausgewählter Produkthighlights und Zukunftskonzepte auf der diesjährigen IAA.“ So begleitet Hella Kunden nach eigenen Angaben ganzheitlich auf dem Weg in die Elektromobilität. Basis hierfür soll ein umfassendes Produktspektrum für alle Elektrifizierungsstufen sein. Auf der IAA 2019 stellt Hella insbesondere die Kompetenzen als Komponenten- und Subsystemlieferant in den Mittelpunkt der Präsentation und zeigt beispielsweise neue Batteriemodul-Lösungen für den schnell wachsenden Markt der 48-Volt-Mildhybride.

Kernprodukt ist in diesem Kontext die Zwei-Spannungsbatterie für Mildhybride. Es soll die Funktionen einer 48 Volt- und 12 Volt-Batterie (inklusive Low Voltage Battery Management) innerhalb eines einzigen Produktes auf dem Bauraum einer konventionellen 12 Volt-Batterie bündeln. Die neue Batteriemodul-Lösung spart Gewicht und Bauraum und soll sich deshalb einfach in bestehende Fahrzeugarchitekturen integrieren lassen. Die intelligente Schaltung der Zellen ermöglicht es, die Kapazität der Li-Ion-Batterien je nach Anwendungsfall im 12 Volt- oder 48 Volt-Bordnetz zu verwenden. Die Lösung ist vor allem für Fahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse konzipiert und kann dazu beitragen, die CO2-Emissionen um 5 bis 6 Gramm pro Kilometer zu reduzieren. Start der Serienproduktion soll im Jahr 2023 erfolgen.

Scheinwerfer von Hella
Hella Scheinwerfer sollen Intelligenter werden. Sobald andere Fahrzeuge erkannt werden, verstellt das Auto selbsttätig den Lichtkegel. Neuerdings können auch Einstellungen per App vorgenommen werden. Bild: Hella

Anlässlich der IAA präsentiert Hella zudem einen neuartigen Sensor, mit dem sich der Zustand der Straßenoberfläche ermitteln lässt. Der Körperschallsensor "SHAKE" (Abkürzung für Structural Health And Knock Emission) sei in der Lage, bereits auf Basis kleinster Berührungen (beispielsweise Vibrationen aufgewirbelter Wassertropfen) den Straßenzustand festzustellen und den Fahrer etwa vor Aquaplaning zu warnen. Indem der Straßenzustandssensor „Shake“ Informationen zum Straßenzustand in Echtzeit ermittelt und perspektivisch auch mit weiteren Fahrzeugen teilen kann, sei er zudem eine notwendige Komponente für die Umsetzung automatisierter Fahrfunktionen, heißt es. Damit erweitere der Zulieferer auch sein Sensorikportfolio. Mit leistungsstarker Radarsensorik und Frontkamerasoftware biete Hella nach eigenen Angaben bereits wesentliche Kerntechnologien für das assistierte bzw. automatisierte Fahren an. Außerdem präsentiert der Zulieferer einen neuen hochauflösenden digitalen Scheinwerfer, der auch eine Steuerung per App oder Pay-per-Use ermöglichen soll. Darüber hinaus zeigt Hella neue Lichtkonzepte für die Fahrzeugkarosserie sowie den Fahrzeuginnenraum. In Zusammenarbeit mit Faurecia präsentiert Hella auf der IAA zudem anhand eines Demonstrationsfahrzeugs wegweisende Konzepte für den Fahrzeuginnenraum der Zukunft.