"Der Fortschritt des Internets der Dinge (IoT) und der Künstlichen Intelligenz (KI) ist für nahezu alle Geschäftsfelder von Bosch relevant", sagt Bosch-CEO Volkmar Denner auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. 2016 verkaufte der Technologiekonzern 27 Millionen internetfähige Erzeugnisse. Nun will Bosch jedes neue, elektronische Produkt vernetzen und macht beim Thema Auto nicht Halt. 

"Die Vernetzung des Autos mit seinem Umfeld und dem Internet wird eine Schlüsselaufgabe zukünftiger Mobilität. Damit machen wir die Vernetzung individuell erlebbar und schaffen auch während der Autofahrt mehr Zeit fürs echte Leben." - Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH

Für die Pressekonferenz ließ sich Bosch sein Konzeptfahrzeug auf die Bühne stellen. Es zeigt, wie das Auto dank Automatisierung und Vernetzung zum dritten Lebensbereich wird, neben dem Zuhause und der Arbeit. Laut der Bosch-Studie „Connected Car Effect 2025“ könnte der typische Vielfahrer durch automatisiertes Fahren rund 100 Stunden seiner Fahrzeit pro Jahr sinnvoller nutzen. Emails ins Büro schreiben oder ein Video-Chat mit Freunden abhalten? All das wird durch die gewonnene Zeit möglich. Flexible Anzeigekonzepte spielen hier ihre Stärken aus. Emails, Chats, Videos und die Steuerung der automatisierten und vernetzten Funktionen lassen sich mit Gesten wie von Zauberhand nahtlos zwischen den verschiedenen Displays hin- und herschieben. 

Mit dem HMI (Human Machine Interface) wird das Auto zum persönlichen Assistenten auf vier Rädern. Das Konzeptfahrzeug zeigt hierfür beispielsweise eine Gestensteuerung mit haptischem Feedback. Sie nutzt Ultraschallsensoren, die einen spürbaren Widerstand erzeugen, wenn der Fahrer eine Geste in genau dem Bereich ausführt, der von der Kamera erfasst wird. Das Touchdisplay im Konzeptfahrzeug soll die Bedienung per Fingertipp komfortabler und sicherer machen, denn das Display gibt den Fingerspitzen des Fahrers bei jeder Berührung durch Schwingungen eine haptische Rückmeldung. Der Fahrer ertastet dadurch auf einer eigentlich ebenen Oberfläche unterschiedliche Strukturen, die sich wie echte Knöpfe anfühlen.

Vom Auto aus das Abendessen vorbereiten

Wie wäre es, von unterwegs bereits das Abendessen zu planen? Auch hier soll die Vernetzung helfen – diesmal mit einer Schnittstelle zum Smart Home. Der Fahrer kann sich vom Bosch-Küchenassistent Mykie im Fahrzeug online Rezeptvorschläge machen lassen. Ob zu Hause die erforderlichen Zutaten vorrätig sind, zeigt dann der Blick vom Fahrzeug in den vernetzten Kühlschrank.

Die Vernetzung des Autos mit dem Smart Home beginnt morgens vor dem Losfahren: Wenn der Fahrer ins Fahrzeug steigt, wird der Status der eigenen vier Wände auf einem Display angezeigt. Steht noch ein Fenster offen? Eine Geste oder ein Fingertipp auf das Display im Fahrzeug und das Fenster schließt sich von selbst. Eine Überwachung erfolgt ebenfalls über das System.

Das vernetzte Auto ist zudem mit der Werkstatt verbunden. Es informiert den Fahrer rechtzeitig vor der nächsten Inspektion, vereinbart auf Wunsch einen Termin in der Werkstatt, und die erforderlichen Ersatzteile sind dort beim Eintreffen bereits vorrätig. Und auch bei der Parkplatzsuche soll die Vernetzung helfen: Beim Bosch-Service Community-based Parking melden die Autos selbst mithilfe der Sensoren des Parkassistenten freie Lücken am Straßenrand. Die Informationen werden per Cloud in eine digitale Parkplatzkarte eingetragen und anderen Fahrzeugen zur Verfügung gestellt.

Vernetzung, Digitalisierung und autonomes Fahren: Die Zukunft der Mobilität und welche Auswirkung die aktuellen Megatrends auf Ihre digitale Agenda haben könnten, steht beim AUTOMOBIL FORUM am 12. und 13. Juli in München im Fokus. Mehr Informationen hier.