| von Götz Fuchslocher
Aktualisiert am: 19. Mai. 2017

Dass es nicht immer avantgardistische Materialien sein müssen, zeigt Constellium. Die Aluminium-Experten bieten eigenen Angaben zufolge „unbegrenzte Kombinationen von Legierungen für verschiedenste Märkte“. An Aluminium schätzen OEMs und ihre Lieferanten nicht nur die Vielfalt der funktionalen Oberflächen, sondern auch ihre visuellen, haptischen und mechanischen Qualitäten, betont Emilie Lae, Entwicklungsingenieurin im Bereich Functional Surfaces. „Dekorative Elemente im Fahrzeuginnenraum müssen einerseits die optischen und haptischen Ansprüche der Fahrzeuginsassen erfüllen, andererseits den hohen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen der Hersteller gerecht werden und einen hohen Glanzgrad aufweisen. Nicht zuletzt müssen sie ökologisch und ökonomisch effizient sein. Um diese Bedürfnisse zu erfüllen, sind viel Erfahrung und die Beherrschung des Produktionsprozesses notwendig“, so die Expertin. Man habe für jede Anforderung die passende Lösung, so Lae: „Unser hochglänzendes Constellium Mirror ist für rein dekorative Elemente geeignet, unser Constellium Longlinefinish mit speziell behandelter Oberfläche für stärker beanspruchte Teile. Beide Produkte stammen aus unserem traditionsreichen Werk in Singen.“

Bei Interieur-Komponenten wie etwa High-End-Lautsprechergittern, Zierleisten, Schaltknauf- oder Lenkrad-Inlays, Tastern oder fühlbaren Oberflächen auf Bedieneinheiten sind Präzision, Vielseitigkeit und Komplexität des Designs sowie glatte, glänzende Oberflächen gefragt, sagt Markus Rettig, Sales Manager für Deutschland bei Precision Micro. Die Experten für Ätztechnik aus Birmingham propagieren den subtraktiven Vorgang, mit dem sich hohe Stückzahlen für die Serienfertigung bei hoher Präzision und geringen Kosten umsetzen lasse. Unerwünschtes Metall wird durch selektives Ätzen mit Toleranzen im Mikrometer-Bereich entfernt. Durch diesen „exakt kontrollierten Prozess entstehen absolut glatte und gratfreie Kanten“, etwa für filigrane Lautsprecherabdeckungen, die mit Stanzen oder Lasern erst durch zusätzliche Verfahrensschritte erreicht werden können. Als fortwährenden Trend erkennt man beim Lackhersteller Mankiewicz matte Lacke mit glatter oder strukturierter Oberfläche und ansprechender Haptik, wie auch Metallic-Farben und Lacke mit Metall-Optik. Das Hamburger Unternehmen mit hauseigener Design-Abteilung bietet Lacksysteme für den Exterieur- und Interieur-Bereich. Denn gerade im Interieur gelte es, den hohen Anforderungen an die Beständigkeit gegenüber Wärme und Feuchtigkeit gerecht zu werden, um etwa Hydrolyse-Schäden vorzubeugen.