Auf die Frage, was die neue Baureihe mit der Vorgängergeneration gemeinsam hat, findet Gerald Vogt eine knappe Antwort: „Nichts.“ Gesprächiger wird der Stäubli Robotics Chef, wenn es um die vielen Innovationen der neuen Baureihe geht: „Wir haben die SCARAs von Grund auf neu konstruiert.

Sie sind jetzt modular aufgebaut und verfügen erstmals über unsere eigene JCS-Antriebstechnik, die bereits bei den Sechsachsern Maßstäbe setzt. Diese Technologie ist der Schlüssel für einen beachtlichen Dynamikzugewinn der TS2-Vierachser und ermöglicht eine sehr kompakte Bauweise, bei der außenliegende Leitungen endgültig der Vergangenheit angehören.“

Dank Hohlwellentechnologie ließ sich ein voll gekapseltes Design mit innenliegenden Medien- und Versorgungsleitungen realisieren: Damit sind Störkonturen und Fehlerquellen eliminiert, was der Verfügbarkeit zu Gute kommt. Zudem erlaubt die JCS-Antriebstechnik mit ihren im Ölbad laufenden Getrieben den Dauereinsatz unter Volllast.

„Gerade in der Automobil- und deren Zulieferindustrie arbeiten die Roboter unter harten Taktzeitkriterien oft an ihrer Leistungsgrenze. Genau dafür sind die TS2-SCARAs ausgelegt. Und: Sie können in Achse 1 um 360 Grad drehen und somit den kompletten Arbeitsraum ohne Totbereiche bedienen“, verspricht Vogt.

Die neue Roboterbaureihe besteht aus vier Mitgliedern. Im Einzelnen sind das der TS2-40 mit 460 mm Reichweite, der TS2-60 mit 620 mm Reichweite, der TS2-80 mit 800 mm Reichweite und der neue TS2-100 mit beeindruckendem Arbeitsradius von 1.000 Millimetern. Die Traglast aller vier Maschinen gibt der Hersteller mit 8,4 kg an.

„Mit dem TS2-100 reagieren wir auf Kundenwünsche aus dem Automotivebereich. Ob bei klassischen Montageaufgaben oder bei Einsätzen an Spritzgießmaschinen – die Forderung nach einem großen, schnellen SCARA mit mehr Reichweite kam aus den unterschiedlichsten Lagern. Der TS2-100 wird diesen Wünschen garantiert gerecht“, so Vogt.

Kompakte Ausführung für platzsparende Anlagenlayouts

Darüber hinaus sah man sich bei Stäubli mit einer weiteren Anwenderanforderung nach immer kompakteren Robotern konfrontiert. Auslöser dafür ist der Trend hin zu besonders platzsparenden Zellen- und Anlagenlayouts. In vielen Fällen mangelt es schlicht an zusätzlicher Produktionsfläche, während Erweiterungen große Investitionen nach sich ziehen. Was bleibt, ist Platz sparen und dafür sind die TS2-SCARAs erste Wahl.

Die neuen Maschinen sind erheblich kompakter und leichter als ihre Vorgänger. Was das in Zahlen bedeutet, unterstreicht die Gegenüberstellung des bekannten TS60 mit dem neuen TS2-60: Der neue SCARA ist um 35 Prozent leichter als sein Vorgänger. Diese Gewichtsreduktion bedeutet einen ungemeinen Performancezugewinn für die Maschine. Weitere Leistungsdaten im Vergleich: 30 Prozent weniger Platzbedarf, 38 Prozent reduzierte Höhe sowie um 50 Prozent längere Serviceintervalle.

ESD-Ausführung für die Elektronikproduktion

Zusätzliche Vorteile bieten die Roboter insbesondere bei Einsätzen, bei denen der Schutz gegen unkontrollierte elektrostatische Entladung eine wichtige Rolle spielt. Ein Musterbeispiel dafür sind die zahlreichen Applikationen in der Montage und Qualitätssicherung von Fahrzeugelektronik, Steuergeräten, Sensorik, Gangstellermodulen und dergleichen mehr.

Für diese Einsätze sind die serienmäßig reinraumtauglichen TS2-SCARAs in ESD-Ausführung bestellbar, bei denen alle zugänglichen Elemente und Oberflächen elektrisch leitend ausgeführt sind. Damit sind ESD-Risiken bei der Roboterhandhabung empfindlicher Komponenten gänzlich ausgeschlossen.

Um die Eignung für Einsätze in vollautomatisierten Linien zu optimieren, sind die Vierachser optional mit einem integrierten Werkzeugwechselsystem  bestellbar. Damit können die schnellen SCARAs Greifer oder Werkzeuge automatisch und sehr schnell selbst wechseln. Dieses Novum qualifiziert die Roboter für Einsätze mit vielfältigen Arbeitsinhalten und steigert damit die Flexibilität.

Weiterer Vorteil dieses Systems: Werkzeuge oder Greifer lassen sich bei Bedarf über den Bajonettverschluss auch manuell in Sekundenschnelle wechseln. Alle Medien- und Signalanschlüsse erfolgen inklusive der einzigartigen Ethernet (CAT.5e) Verbindung bis zum Greifer automatisch. Dabei werden die entsprechenden Kabel und Leitungen innerhalb des Wechslers geführt, was das Kabelbruchrisiko des Werkzeugs reduziert und Stillstände der kompletten Zelle vermeidet.

Modulares Design mit vielen Vorteilen

Betrachtet man die vier Vertreter im Detail, zeigen sich einige Gemeinsamkeiten. Das ist kein Zufall, sondern das Resultat des neuen modularen Designs. So verfügen alle Maschinen über den gleichen Roboterfuß mit dem störunempfindlichen Anschluss von unten, den sich die Baureihe mit der sechsachsigen TX2-Generation teilt.

Auch Vorarme, Achsen und Antriebe sind bei bestimmten Modellen identisch. Beispiel Vorarm: Hier kommen die vier Modelle mit zwei unterschiedlichen Vorarm-Versionen aus. Die kleinere Variante bedient die Modelle TS2-40 und TS2-60, die größere den TS2-80 sowie den TS2-100.

 Die Vorteile dieser Konstruktionsweise bringt Vogt auf den Punkt: „In erster Linie wollen wir durch die modulare Bauweise die Lieferzeiten für die neuen SCARAs deutlich verkürzen. Zudem sparen wir unnötige Kosten und erleichtern die Ersatzteilevorhaltung. Nachdem wir jetzt auch unsere JCS-Antriebstechnik einsetzen und eine hohe Fertigungstiefe favorisieren, ist unsere Lieferfähigkeit nicht von Komponentenlieferanten abhängig.“

Über den Stäubli-Konzern

Stäubli bietet weltweit Mechatroniklösungen in den drei Aktivitätsbereichen Connectors, Robotics und Textile an, mit dem Ziel, seine Kunden bei der Steigerung ihrer Produktivität in diversen Industriesektoren zu unterstützen. Als international ausgerichtetes Unternehmen ist Stäubli derzeit in 29 Ländern tätig und in 50 Ländern auf 4 Kontinenten vertreten.

Die weltweit 5 000 Mitarbeitenden engagieren sich für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kunden in beinahe allen Industriezweigen, um ihnen umfassende Lösungen mit langfristigen Supportleistungen zu bieten. 1892 ursprünglich als kleine Werkstatt in Horgen/Zürich gegründet, ist Stäubli heute ein internationaler Konzern mit Sitz in Pfäffikon/SZ, Schweiz.

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