Das Projekthaus e-performance wurde in den Räumen der Audi Electronics Venture GmbH (AEV) untergebracht. Diese Tochtergesellschaft von Audi setzt neue Technologien im Bereich Elektronik um und kooperiert dabei eng mit Hochschulen, Forschungsinstituten und jungen Start-Up-Unternehmen.

Die AEV ist in der Nähe des Werksgeländes angesiedelt, im Projekthaus arbeiten junge Experten zusammen. „Wir haben hier eine Mischung aus Ingenieurskunst, Kreativität und einer Portion Querdenken“, sagt Dr. Michael Korte, Leiter des Projekthauses e-performance. „Im Projekthaus kommen unabhängige Freidenker mit Fachleuten der Technischen Entwicklung zusammen – mit Designern, Aggregate- und Fahrwerksingenieuren und Softwarespezialisten.“

Audi sucht bezüglich der Elektromobilität nach einer ganzheitlichen Architektur, die alle Teilbereiche des Fahrzeugs umfasst. Denn es ließen sich die Potenziale der Elektromobilität nur in vollem Umfang nutzen, so Audi, wenn man neue Systeme und Komponenten zum perfekten Zusammenspiel bringt.

Audi geht davon aus, dass es bei den Fahrzeugkonzepten zu neuen, intelligenten Lösungen kommen wird. „Unser ganzheitliches Konzept ist aufwändig“, sagt Dr. Christian Allmann, Leiter für das Förderprojekt e-performance. „Aber nur mit ihm wird es möglich, die großen Zielparameter Reichweite, Leistung, Zuverlässigkeit, Alltagstauglichkeit, Lebensdauer und Kosten zu optimieren.“

Ein Schwerpunktthema: Die Batterie

Naturgemäß steht die Batterie als Herzstück des Elektroautos im Mittelpunkt der Untersuchungen – hinsichtlich thermischem Management, Leistungsfähigkeit, Package, Gewicht, Sicherheit, Lebensdauer und der Einbindung in die Wärme- und Energieströme des Fahrzeugs. „Wir entwickeln nicht die Chemie der Zellen, da verlassen wir uns auf unsere strategischen Partner“, sagt Dr. Korte. „Aber die Software für das Batteriemanagement wird unser Knowhow sein.“

Im Elektroauto bedarf das gesamte Bordnetz einer völlig neuen Struktur. Viele Komponenten, die heute die Energie und die Abwärme des Verbrennungsmotors nutzen, brauchen einen neuen Antrieb, von der Servolenkung bis zur Heizung. Die E-Maschine, die Leistungselektronik mit ihren Hochspannungskomponenten, Umrichtern und Wandlern sowie die Haltbarkeit der Chips unter den hohen Anforderungen im Auto sind weitere wichtige Arbeitsfelder.

Darüber hinaus – und das macht den integrierten Ansatz aus – untersucht Audi auch alle weiteren Bereiche des Fahrzeugs. Hier geht es um den Fluss der Kräfte im Antriebsstrang, die Klimatisierung, die Bedienung und die Anzeigen im Cockpit, die Fahrzeugakustik und das Fahrwerk; auf diesem Feld bieten elektrisch betätigte Bremsen und Federbeine viel versprechende Potenziale.

Die Materialien im Auto – die möglichst leicht sein sollen – und das gesamte Package stehen ebenfalls im Fokus. Elektromotoren bauen sehr kompakt und finden auch an den Rädern oder den Achsen Platz; jedoch brauchen die Batterien eigenen Raum.

Das Förderprojekt e-performance ist auf drei Jahre angelegt und stellt eine große Herausforderung dar. Es ist in neun Arbeitspakete aufgeteilt, vom Energiespeicher bis zur Fahrdynamik. In den ersten Phasen werden die Beteiligten in ihren verschiedenen Bereichen vor allem mit hochmodernen Simulationstools arbeiten. Über den Aufbau von Teilmodulen und Versuchsträgern soll das Projekt am Ende zu einem fahrfähigen Auto führen.

Kompetente Partner aus Wissenschaft und Industrie
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung beteiligt sich mit einem zweistelligen Millionenbetrag an dem Vorhaben. Audi hat renommierte Partner aus der Wissenschaft gewinnen können – die RWTH Aachen, die Technischen Universitäten in München, Dresden und Ilmenau, die Leibniz Universität Hannover und die Fraunhofer Gesellschaft. Aus dem Bereich der Industrie sind neben der AEV die Robert Bosch GmbH und die Bosch Engineering GmbH mit im Boot.