BMW i Modelle breit

Mit dem vollelektrischen i3 und dem Hybrid-Sportwagen i8 will sich BMW zunächst auf die städtischen Ballungsräume konzentrieren. - Bild: BMW

Die am Freitag in Frankfurt erstmals vorgestellten Modelle, der vollelektrische i3 und der Hybrid-Sportwagen i8 müssten die im gesamten Konzern üblichen Ergebnisbeiträge bringen, sagte Vertriebschef Ian Robertson bei der Präsentation. Zur Markteinführung werde man sich zunächst auf die städtischen Ballungsräume der Welt konzentrieren.

Das Unternehmen nannte erneut keine Preise und keine Planzahlen für die Produktion in Leipzig. Dort werden laut BMW rund 400 Millionen Euro investiert und 800 Arbeitsplätze geschaffen. Der Absatz ab 2013 hänge von vielen Faktoren ab, die nicht im Einfluss des Unternehmens stünden, sagte Robertson. Unter anderem müsse man die gesetzlichen Verkehrsregulierungen in den Ballungsräumen abwarten. Man sei aber in der Lage, auf die Nachfrage jederzeit äußerst flexibel zu reagieren. Letztlich entscheide der Kunde über die Zahl der produzierten Automobile. BMW prüft für die Elektromodelle neue Vertriebswege über das Internet und denkt über Carsharing-Konzepte nach.

BMW-Chef Norbert Reithofer betonte die klimaneutrale Produktion der neuen Modelle. Sie seien im Unterschied zu den bislang angebotenen Elektroautos keine Umbauten konventioneller Modelle. Er sei stolz auf dieses Projekt. “Dahinter stecken echter Pioniergeist und geballte Innovationskraft”, sagte der Vorstandschef.

Bosch und Samsung liefern Batterien

Der mit einem Elektromotor im Heck ausgestattete i3 soll vier Personen Platz bieten und eine Reichweite von 150 Kilometern besitzen. Die rund 100 Kilogramm schwere, von Samsung und Bosch entwickelte Batterie könne innerhalb einer Stunde zu 80 Prozent aufgeladen werden. Die Batterietechnik gilt als eine der größten Herausforderungen auf dem Gebiet der Elektromobilität. Schließlich ist die Batterie nicht nur für die Leistungsfähigkeit strombetriebener Fahrzeuge verantwortlich, sondern – und das ist wohl noch wichtiger – auch für deren Reichweite.

Der Sportwagen i8 hat zusätzlich einen Verbrennungsmotor. Das ab 2014 erhältliche Fahrzeug soll in weniger als 5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen können und dennoch mit nur drei Litern Benzin auskommen.

Leichtbau spielt wesentliche Rolle

Eine bedeutende Rolle spielt bei Elektroautos auch der Faktor Leichtbau, da das Gewicht neben der Batteriekapazität die zweite reichweitenlimitierende Größe ist. Der Antriebsstrang bei Elektro-Fahrzeugen ist deutlich schwerer als bei Autos mit Verbrennungsmotoren.

Dieser Problematik begegnen viele Hersteller mit dem konsequenten Einsatz leichterer Materialien. So auch BMW: Das Chassis des i3 und des i8 besteht aus Aluminium, die Fahrgastzelle aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff. Die Münchener wollen dadurch das für Elektrofahrzeuge typische Mehrgewicht von 250 bis 350 Kilogramm vollständig kompensieren.

BMW kooperiert bei leichten, hitze- und korrosionsbeständigen Kohlenstofffasern mit SGL Carbon und gründete mit dem Wiesbadener Spezialisten im Frühjahr 2009 das Gemeinschaftsunternehmen SGL Automotive Carbon Fibers. Aktuell wird ein gemeinsames Carbonfaserwerk in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington gebaut, in das beide Unternehmen insgesamt 100 Mio USD investieren. Zudem steckte BMW zuletzt weitere Millionen in die Werke in Landshut und Wackersdorf, wo künftig Kohlefaserplatten hergestellt werden, die dann zu Karosserieteilen für die Elektroautos weiterverarbeitet werden.

BMW hatte im Jahr 2007 seine Aktivitäten rund um elektrisches Fahren und urbane Mobilitätslösungen im “project i” gebündelt. Das Megacity Vehicle i3 und der i8 sind das Ergebnis dieses Projekts, das als eines der bestgehüteten Geheimnisse des DAX-Konzerns galt. Beide Autos sind wichtige Eckpfeiler in den Plänen der Münchener, im Bereich alternativer Antriebe zu wachsen und den rigideren Emissionsvorschriften der Zukunft Rechnung zu tragen.

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dpa-AFX/Dow Jones Newswires/Guido Kruschke