Reichweitenvergleich von links nach rechts: LED-Abblendlicht, LED-Fernlicht und Laser-Fernlicht. -

Reichweitenvergleich von links nach rechts: LED-Abblendlicht, LED-Fernlicht und Laser-Fernlicht. - Bild: BMW

Eines der Themen zur Verbesserung des Kraftstoffverbrauchs bei gleichzeitiger Verbesserung der Sicherheit und des Komforts sind die Laserlicht-Scheinwerfer, die erstmals im i8 als Option zu den Scheinwerfern in reiner LED-Technik erhältlich sein werden. AUTOMOBIL PRODUKTION hatte die Gelegenheit, das System in einer nahezu finalen Phase zu begutachten und in einem BMW der 7er Serie auch bereits auszuprobieren. Laserlicht-Scheinwerfer erzeugen ein rein weißes, sehr helles Licht. Im Vergleich zu Xenonscheinwerfern wird die Reichweite auf etwa 600 Meter verdoppelt.

Hohe Systemeffizienz

Die jüngste Ausbaustufe des BMW-Laserlichtsystems verdoppelt die Reichweite im Vergleich zu Xenonscheinwerfern auf etwa 600 Meter. - Bild: BMW

Das Licht entsteht durch die gezielte Umwandlung der von winzigen Laserdioden ausgesandten Strahlen mittels Phosphor-Leuchtstoff innerhalb des Scheinwerfers. BMW setzt pro Scheinwerfer drei solcher bläulicher Laserdioden ein, die jeweils lediglich 1,2 Watt Leistung aufnehmen. Da Laserlicht monochrom, also mit einheitlicher Wellenlänge und außerdem mit einer synchronen Schwingung ausgestrahlt wird, steht ein nahezu paralleles Lichtbündel mit hoher Leuchtdichte zur Verfügung, das eine tausendfach intensivere Aufhellung ermöglicht als herkömmliche LED-Einheiten und außerdem besonders präzise gesteuert werden kann. Darüber hinaus weist das Laserlicht eine nochmals optimierte Systemeffizienz auf. Sogar im Vergleich zu den bereits sehr effizienten LED-Scheinwerfern lässt sich dadurch der Energieverbrauch noch einmal um mehr als die Hälfte reduzieren, denn Laserlicht kann pro Watt rund 170 Lumen (photometrische Einheit für den erzeugten Lichtstrom) liefern, LED-Licht schafft dagegen rund 100 Lumen.

Licht gezielt “vorbeischießen”

"Laser spart im Vergleich zu LED etwa 30 Prozent Energie" , sagt Thomas Hausmann, Leiter Vorentwicklung Licht bei BMW. - Bild: BMW

Wie der Leiter der BMW Vorentwicklung Licht, Thomas Hausmann, erläutert, liegt man beim Laserlicht mit einer Leistungsaufnahme von etwa zehn Watt deutlich unter jener der heutigen LED-Systeme. Bei der Einbaugröße spreche man in etwa von einem Platzbedarf, den auch ein Xenon-Brenner benötige. Jedoch, so Hausmann, liege das Gewicht eines Lasersystems etwa 30 Prozent darunter. Mit der jüngsten Ausbaustufe, die ein beeindruckendes Licht auf die Straße bringt und mit dem bereits aus Serienfahrzeugen bekannten Fernlichtassistenten kombiniert wird, zeichnet das moderne Lichtsystem einen hellen, aber zugleich angenehmen Lichtteppich in die nächtliche Landschaft.

Dank der seitlich um etwa 15 Grad beweglichen Scheinwerfer werden vorausfahrende oder entgegenkommende Fahrzeuge treffsicher ausgeblendet, respektive das Licht wird an den Objekten „vorbeigeschossen“, wie der Experte erläutert. Dadurch, so Hausmann, lasse sich ein deutliches Plus an Sicherheit erzeugen. BMW wird mit seinem System mit 340 Lux nur knapp unterhalb der gesetzlich Grenze von 344 Lux bleiben. Zum Vergleich: Mit Xenon sind etwa 120 Lux erreichbar. Befürchtungen, nach einem Crash könne ein Laserstrahl unkontrolliert aus dem System entweichen, kann der Lichtexperte zerschlagen, denn man habe ein sechsstufiges Sicherheitssystem entwickelt. Die Einheit sei quasi unzerstörbar.

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Götz Fuchslocher