Relative Materialkostensteigerung pro Kilogramm an Materialeinsparungen beim Vergleich von üblicherweise verwendeten Materialien wie Metallen, Polyamid (PA) und Fibremod. Bild/Grafik: Borealis.

Relative Materialkostensteigerung pro Kilogramm an Materialeinsparungen beim Vergleich von üblicherweise verwendeten Materialien wie Metallen, Polyamid (PA) und Fibremod. Bild/Grafik: Borealis.

Die Verwendung von Kohlefasern ermöglicht laut Borealis eine maßgebliche Verbesserung der Steifigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Glasfasermaterialien. Fibremod Carbon-Werkstoffe weisen eine Steifigkeit auf, die es bei Polypropylenen zuvor noch nicht gegeben hat, und erreichen bis zu 20.000 Megapascal (Mpa) in Verbindung mit einer außerordentlich geringen Dichte. Mit Fibremod Carbon können die gleichen Gewichtseinsparungen erzielt werden wie mit üblicherweise verwendeten Materialien wie Magnesium oder kohlefaserverstärktem Polyamid. Ein zusätzlicher Vorteil in diesem Zusammenhang sei die Vermeidung von Kontaktkorrosion und Feuchtigkeitsaufnahme sowie die Eignung der Werkstoffe für günstige Spritzgussprozesse, wobei nur halb so hohe Kosten wie mit herkömmlichen Materialien anfallen.

Da kohlefaserverstärkte PP-Werkstoffe von Natur aus komplex seien, sei für ihre Entwicklung intensives Engineering erforderlich, so die Experten. Aus diesem Grund habe man computergestützte Methoden zur Prognose der Faserorientierung und -verteilung entwickelt, was eine integrative Simulation der Performance der Endanwendung ermögliche. Das Unternehmen kündigt drei neue Sorten an. Diese sind:
- Fibremod™ CB201SY: ein 20% kohlefaserverstärktes technisches PP mit optimiertem Verhältnis von Leistungsstärke und Gewichtseinsparung
- Fibremod™ CB301SY: ein 30% kohlefaserverstärktes technisches PP, das Gewichtseinsparungen von bis zu 40% im Vergleich zu anderen derzeit verwendeten Materialien ermöglicht
- Fibremod™ CB401SY: ein 40% kohlefaserverstärktes technisches PP mit extrem hoher Steifigkeit, durch die leichtgewichtige Hochleistungskunstoffanwendungen ermöglicht werden

Diese neuen Werkstoffe eignen sich laut den Chemieexperten insbesondere für Anwendungen wie Kettenspanner, Pumpengehäuse, Scheinwerfergehäuse, Ölwannen, Sitzrahmen, Armlehnen, Schaltkulissen und Schiebedachrahmen. Außerdem lote man die Möglichkeit einer Verwendung für Strukturteile und für Anwendungen unter der Motorhaube sowie für Motorradbauteile aus, heißt es.