Das erste BMW-Brennstoffzellenfahrzeug. Bild: BMW

Das erste BMW-Brennstoffzellenfahrzeug: Die Münchener hatten beim Thema Brennstoffzellen-Antrieb lange den Konkurrenten das Feld überlassen. Bild: BMW

BMW zieht beim Thema Brennstoffzellen-Antrieb nach und hat auf seinem Testgelände im südfranzösischen Miramas am Mittwoch (1.7.) zum ersten Mal ein Fahrzeug vorgestellt, dessen Motor die Antriebsenergie ausschließlich aus einer mit Wasserstoff gespeisten Brennstoffzelle bezieht.

Der Entwicklungswagen auf der Basis des Serienmodells 5er GT fährt wie ein batteriegespeistes Elektroauto ohne direkte CO2-Emissionen. Anders als ein reines Elektrofahrzeug hat der Testwagen aber eine Reichweite von mehreren hundert Kilometern.

BMW gibt für den Wagen folgende technischen Spezifikationen an:

  • Elektromotor mit 180 kW/245 PS, Leistungselektronik und Hochvoltbatterie als Zwischenspeicher
  • Wasserstoff-Speicher in Form eines Tunneltanks zwischen Vorder- und Hinterachse; industriell standardisierte 700 bar CGH2-Tanktechnologie und von der BMW Group patentierte Kryogendruck-Tanktechnik (CCH2) zur Speicherung von gasförmigem Wasserstoff bei niedriger Temperatur und einem Druck von 350 bar; Reichweite: mehr als 500 Kilometer.

Das Fahrzeug wandelt den in einem Speichertank gasförmig mitgeführten Wasserstoff in Strom und Wasserdampf um. Eine Hochvoltbatterie des Fahrzeugs dient dabei als Zwischenspeicher und kann mit einer Nettokapazität von etwa einer Kilowattstunde deutlich kleiner ausfallen als bei batterieelektrischen Konzepten. Je nach Fahrzeugkonzept können zudem mit der Wasserstoff-Speicherung in einem Kryodruck-Tank Reichweiten erzielt werden, die mit den Werten herkömmlicher, von einem Verbrennungsmotor angetriebener Fahrzeuge vergleichbar sind, so BMW. Auch die Betankung des Wasserstoff-Speichers nimmt laut dem Hersteller vergleichbar viel Zeit in Anspruch wie das Befüllen eines Benzin- oder Dieseltanks.

Die BMW-Entwickler sehen sich mit dem Demonstrationsfahrzeug nach eigenen Angaben auf dem Weg, den Brennstoffzellen-Antrieb bis zum Jahr 2020 zur Serienreife zu bringen. Anschließend wollen sie vor allem große Modelle mit der Technologie ausstatten: Die Brennstoffzelle sei der richtige Energielieferant für Reiselimousinen, sagte der zuständige Entwicklungschef Matthias Klietz in Miramas. Für einen Erfolg der Technik braucht es allerdings ein Netz an Wasserstofftankstellen. Diese sind weltweit bislang selten. In Deutschland etwa dürften am Ende dieses Jahres nach BMW-Angaben nur rund 50 solcher Tankstellen existieren.

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Dow Jones Newswires/BMW/ks

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