Der neue CLS von Mercedes kann nun dank LED-Technik um die Kurve schauen. Bild: Mercedes-Benz

Der neue CLS von Mercedes kann nun dank LED-Technik um die Kurve schauen. Bild: Mercedes-Benz

Damit stellen vier Steuergeräte 100 Mal pro Sekunde das ideale Lichtbild ein. Neu sind auch das vorausschauende kamerabasierte aktive Kurvenlicht sowie das Kreisverkehrlicht. Die neuen Multibeam-LED-Scheinwerfer erweitern damit die bisherigen Funktionen des Intelligent Light Systems.

„Durch die Multibeam-LED-Technologie können die Scheinwerfer jetzt noch reaktionsschneller und individueller auf veränderte Verkehrssituationen reagieren“, so Thomas Weber, Vorstand für Konzernforschung und Leiter Mercedes-Benz Cars Entwicklung. Kernstück ist das blendfreie Fernlicht. Die Voraussetzungen dafür schafft der weiterentwickelte kamerabasierte Adaptive Fernlicht-Assistent Plus aus der S-, E- und C-Klasse.

Erkennt dieser über seine hinter der Frontscheibe positionierte Kamera entgegenkommende oder vorausfahrende Verkehrsteilnehmer, schattet er bislang den Bereich im Fernlichtkegel mechanisch ab, in dem sich diese befinden, sodass die Fahrer nicht geblendet werden. Das Fernlicht kann deshalb permanent eingeschaltet bleiben, um dessen Reichweite zu nutzen, ohne andere Verkehrsteilnehmer damit zu belästigen oder zu gefährden. Navigationsgestützt hingegen funktioniert das Kreisverkehrlicht, das vor der Einfahrt in einen Kreisverkehr die Abbiegelichter links und rechts aktiviert, um hier frühzeitig beste Sichtmöglichkeiten zu schaffen.

Mit Hilfe der Kamera erkennt die Scheinwerfer-Steuerung, ob sich das Fahrzeug einer Kurve nähert. Bild: Mercedes-Benz

Die neuen Multibeam-LED-Scheinwerfer gehen einen noch Schritt weiter. Sie nutzen ein LED-Modul als Raster-Lichtquelle, das mit 24 einzelnen Hochleistungs-LED-Chips bestückt ist. Jeder einzelne LED-Chip kann elektronisch und unabhängig von den anderen angesteuert werden. Durch diese Rasterung des Scheinwerferlichts lässt sich die Lichtverteilung des rechten und des linken Scheinwerfers unabhängig voneinander steuern und so an das Verkehrsgeschehen anpassen. So lassen sich die einzelnen Bereiche der Fahrbahn gezielt ausleuchten.

Im Vergleich zu heutigen am Markt üblichen Systemen bietet der Multibeam-LED-Scheinwerfer im Teilfernlicht somit die bis zu 2,5-fache Leuchtkraft. Die Steigerung gelingt durch die Steuerungselektronik in Verbindung mit der neuen Raster-Lichtquelle des LED-Moduls.

Mit Hilfe der LED-Technik lassen sich einzelne Bereiche der Fahrbahn gezielt ausleuchten ohne den Gegenverkehr zu blenden. Bild: Mercedes-Benz

Die zusätzliche Leuchtkraft der LED Scheinwerfer wird nicht nur für die Leistungssteigerung des Teilfernlichts benutzt, sondern auch für den Fernlichtbetrieb. Auch wenn dieses situationsbedingt aufgrund der hohen Verkehrsdichte eine deutlich geringere Einschaltdauer erfährt, konnte die Reichweite des Fernlichts um gut 20 Prozent auf ca. 485 Meter erhöht werden.

Zusätzlich beherbergt jeder LED-Scheinwerfer ein weiteres Modul für das Abblendlicht, das mit vier LEDs bestückt ist. Es lässt sich zusätzlich um bis zu zwölf Grad nach außen schwenken. So leuchtet das Modul die Kurve frühzeitig bestmöglich aus, wenn der Fahrer noch gar nicht eingelenkt hat. Ebenso schwenkt es situationsgerecht bereits wieder vor Ende der Kurve auf Geradeausposition. Die Voraussteuerung ermöglicht abhängig von der Fahrsituation zwischen 30 und 60 Meter zusätzliche Reichweite. Gefahren am Ein- und Ausgang der Kurven kann der Fahrer so früher erkennen.

Ein weiterer Vorteil der LED-Technik ist ihre Farbe. Sie ähnelt dem Tageslicht und kommt damit den menschlichen Sehgewohnheiten entgegen. Denn wie Untersuchungen zeigen, strengt künstliches Licht das Auge umso weniger an, je mehr seine Farbe der des Tageslichts gleicht. Mit einer Farbtemperatur von 5.500 Kelvin liegt LED-Licht näher am Tageslicht (6.500 K) als Xenon-Licht (4.200 K).

Abgesehen davon arbeiten die LEDs energieeffizient und haben eine längere Lebensdauer als herkömmliche Xenon-Scheinwerfer. Ein weiteres Feature der neuen LED-Scheinwerfer des kommenden CLS ist das Begrüßungslicht für den Fahrer. Ein blauer Lichtstreifen signalisiert dem Piloten beim Entriegeln der Fahrzeugtür ein freundliches Hallo!

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Gabriel Pankow