Reifendrucksensor von Conti erkennt die Profiltiefe

Zukünftige Reifendrucksensoren von Continental erkennen mit Hilfe einer ausgeklügelten Software auch die Reifenprofiltiefe. Bild: Continental

Die neue Funktion nutzt die elektronischen Drucksensoren im Inneren der Reifen. Ältere und abgefahrene Reifen zeigen ein verändertes Abrollverhalten, das sich auch in den Druckverhältnissen im Reifen bemerkbar macht. Eine intelligente Software leitet daraus die Profiltiefe der Reifen ab. Die neue Funktion kann in neuen Fahrzeugmodellen mit direkter Reifendrucküberwachung von Continental (electronic Tire Information System, eTIS) voraussichtlich ab 2017 in Serie gehen, so das Unternehmen.

Für die elektronische Profiltiefenerkennung machen sich die Ingenieure von Continental das sich langsam verändernde Abrollverhalten bei längerer Nutzung des Reifens zu nutze. Intensive Testreihen der Reifen- und Elektronikentwickler haben die Datenbasis geliefert, mit denen die Fahrzeugelektronik zukünftiger Fahrzeuge gespeist werden wird. Das spezifisch veränderte Abrollverhalten der Reifen wird mit den gesammelten Erfahrungen abgeglichen. Ist das Profil unter einen jeweils individuellen Grenzwert heruntergefahren, meldet die Bordelektronik, dass ein Reifenwechsel ansteht. Auf Wunsch könnte dann über das Telematikmodul im Fahrzeug sogar die heimische Werkstatt informiert werden.

“Nicht umsonst haben Gesetzgeber rund um den Globus eine Mindestprofiltiefe für Fahrzeugreifen vorgegeben, damit diese ihre Sicherheitsaufgaben überhaupt erfüllen können”, weist Andreas Wolf, Leiter des Geschäftsbereichs Body Security, auf die Bedeutung der regelmäßigen Profiltiefenüberwachung hin.

Reifendrucksensoren sind ab November 2014 verpflichtend für neu zugelassene Pkw (Fahrzeugklasse M1) in der Europäischen Union. Continental setzt hierfür auf direkt messende Systeme mit genauer Druckanzeige. Hier erkennt ein Sensor entweder am Ventil oder direkt unter der Reifenlauffläche den Reifendruck. Soll ein zweiter Satz Reifen mit Sensoren ausgestattet werden, bietet Continental unter der Marke VDO bereits heute entsprechende Nachrüstsensoren an.

Beladungserkennung vor dem Serienstart

Eine weitere vor dem Serienstart befindliche Funktion ist die Beladungserkennung. Hier kann mit Hilfe einer von Continental entwickelten Software das Fahrzeug erkennen, ob zum Beispiel bei einer Urlaubsreise die maximale Zuladung überschritten wurde. Bereits nach kurzer Fahrzeit hat die Elektronik das veränderte Abrollverhalten bei besonders großer Zuladung erkannt und informiert über die jeweilige Achslast. Zukünftige Fahrerassistenzsysteme können die Ladungsinformationen außerdem nutzen, um ihre Funktionen an das jeweilige Fahrzeuggewicht anzupassen.

Alle Beiträge zu den Stichwörtern Continental Automobilzulieferer

Continental / Andreas Karius