Mit so genannten Infrarot-Vorhängen setzen die Continental-Entwickler auf eine kostengünstige Alternative zu kapazitiven und damit berührungsempfindlichen Anzeigen. Bild: Continental

Mit so genannten Infrarot-Vorhängen setzen die Continental-Entwickler auf eine kostengünstige Alternative zu kapazitiven und damit berührungsempfindlichen Anzeigen. Bild: Continental

Wie der internationale Zulieferer meldet, soll intelligente Infrarot-Technik auch im besonders preissensiblen Fahrzeugsegment moderne Anzeige- und Bediensysteme erweitern. Einen Beitrag dazu sollen so genannte Infrarot-Vorhänge leisten. Mit ihrer Hilfe sollen sich die von immer mehr Geräten der Unterhaltungselektronik verwendeten Mehrfinger-Gestenbedienungen kostengünstig umsetzen lassen.

„Bereits 2011 haben wir gezeigt, dass wir mit Hilfe eines Infrarot-Vorhangs beliebige Oberflächen im Fahrzeuginnenraum zu Bedienoberflächen umgestalten können,“ erklärt Fook Wai Lee, Display-Entwickler bei Continental in Singapur. „Wir haben diese Technik nun so weiterentwickelt, dass sie auch typische Mehrfinger-Gesten wie Wischen, Auf- oder Zusammenziehen als Eingabemöglichkeit erkennt.“ Die Technik erweitert sogar die Erkennungsmöglichkeiten: Kapazitive Displays, wie sie heute bei Handys verwendet werden, verweigern die Bedienung mit traditionellen Handschuhen. Hier müssen spezielle, für die Displaybedienung angepasste Handschuhe verwendet werden. „Der Infrarot-Vorhang ist in der Lage auch dann die Fingerbewegungen zu erkennen, wenn beliebige Handschuhe getragen werden,“ erläutert Fook Wai Lee.

Continental bietet Mehrfinger-Erkennung bereits in seinen berührungsempfindlichen Touchpads in Serie an. Bild: Continental

Continental bietet Mehrfinger-Erkennung bereits in seinen berührungsempfindlichen Touchpads in Serie an. Bild: Continental

Beim Continental Infrarot-Vorhang werden eine Reihe von Infrarot-Lichtquellen an den Seiten des Displays verbaut. War beim 1-Finger-Bedienen eine einzelne LED-Leiste ausreichend, müssen zur Erkennung von Mehrfinger-Gesten mehrere Infrarotlicht-Leisten miteinander vernetzt werden. Wird eine Mehrfinger-Geste vor dem Display ausgeführt, so erkennt die Elektronik der Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI, Human Machine Interface) die Position der Finger über das jeweils blockierte Infrarotlicht. Diese Technik wird insgesamt günstiger in der Serienfertigung, als aktuelle kapazitive und damit berührungsempfindliche Displays. „Die Herausforderung liegt in der Integration: Unser Ziel ist es, dass die Infrarot-Lichttechnik nur minimal über die Displayoberfläche hervorsteht und dennoch alle gewünschten Mehrfinger-Gesten erkannt werden,“ erläutert Fook Wai Lee.
Die HMI-Elektronik erkennt mit dieser Technik unter anderem Bewegungen wie das Wischen oder Aufziehen und Verkleinern. So kann leicht in Auswahlmenüs manövriert oder auf einer Karte der gewählte Ausschnitt verändert werden. Die Technik ist Unternehmensangaben zufolge bereit für die Serienproduktion ab 2017.

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Continental/fu