Lamborghini Urus

Bei einer Tradition bleibt sich die italienische VW-Tochter treu: Wie es sich für einen echtem Lambo gehört, ist das Luxus-SUV nach einem Stier benannt: Urus bezeichnet den wilden Ur-Bullen – quasi den Vorfahren der spanischen Kampfstiere. Bild: Lamborghini

Wie das britische Magazin Autocar berichtet soll ein 4.0 Liter großer V8 mit Twin-Turbo den Luxus-Offroader antreiben. Bislang sorgten vor allem V10 und V12 Saugmotoren in den Sportwagen aus Sant’Agata für die standesgemäße Leistung. Lamborghini-Chefentwickler Maurizio Reggiani betonte aber gegenüber dem Auto-Magazin, dass nur ein Motor mit Turbolader für das nötige Drehmoment sorgen kann, die der Urus braucht, um sich im harten Gelände auch aus kritischen Situation zu befreien. Andere Stimmen aus dem Konzernumfeld behaupten, dass mit den Lambo eigenen V10- und V12-Aggregaten voraussichtlich die strengen Verbrauchsvorgaben nicht zu schaffen gewesen wären.

Den V8 gibt es laut Reggiani in keinem anderen VW-Konzernmodell. Die Experten von IHS Automotive gehen allerdings davon aus, dass der Achtzylinder vom Konzern-V8, der bereits in verschiedenen Bentley- und Audi-Modellen zum Einsatz kommt, abgeleitet sein wird. In seiner stärksten Ausbaustufe hat der Achtender 605 PS und 750 Nm Drehmoment und treibt aktuell den Audi S8 Plus sowie die Performance-Varianten von RS6 und RS7 an. Im Urus werden wohl kaum weniger Pferde unter der Haube galoppieren, zumal der stärkste Urus-Wettbewerber, der Bentley Bentayga, mit seinem W12-Motor ebenfalls in der 600-PS-Liga spielt. Ganz genau 608 PS beschleunigen das britische Luxus-SUV in 4,1 Sekunden von Null auf Tempo 100, erst bei 301 km/h soll der Vortrieb ein Ende haben. Kaum vorstellbar, dass sich Lamborghini mit weniger zufrieden geben wird.

Damit das gelingt soll der Urus für ein SUV verhältnismäßig leicht sein. So wird die Karosserie vermutlich einen hohen Anteil an CFK aufweisen. Auch im Innenraum kommt die von der Studie Aventador J bekannte Kohlefasertechnologie Forged Composite zum Einsatz. Auch Offroad soll der feurige Italiener eine gute Figur machen. Permanenter Allradantrieb inklusive Traktionskontrolle sind mit an Bord. Darüber hinaus soll das Fahrwerk höhenverstellbar sein und zusammen mit dem höhenverstellbaren Frontspoiler einen guten Rampenwinkel bieten.

Dass das soviel feinste Technik nicht billig wird, ist klar: Kolportierte 180.000 Euro muss der geneigte Urus-Fahrer beim Lamborghini-Händler seines Vertrauens auf den Tisch legen. Die Marktexperten von IHS Automotive prognostizieren, dass die VW-Tochter nach Marktstart 2018 jedes Jahr rund 2.000 Luxus-Offroader absetzen wird. Somit würde der Urus für 40 Prozent des weltweiten Lambo-Absatzes stehen.

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Gabriel Pankow