Die virtuelle Welle von VKA und FEV steuert die Lastmaschinen in zwei räumlich getrennten Komponenten-Prüfständen so an, dass das Systemverhalten einer realen mechanischen Welle entspricht. Bild: FEV GmbH

Die virtuelle Welle von VKA und FEV steuert die Lastmaschinen in zwei räumlich getrennten Komponenten-Prüfständen so an, dass das Systemverhalten einer realen mechanischen Welle entspricht. Bild: FEV GmbH

Die komplexe Interaktion von Komponenten sowie der Trend bei der Antriebsstrangentwicklung signifikante Entwicklungsanteile vom Fahrzeug auf den Prüfstand und somit in frühere Projektphasen zu verlegen, führe zu neuen Lösungsansätzen, teilt der Entwicklungsdienstleister FEV aktuell mit. Daher habe man zusammen mit dem VKA die so genannte virtuelle Welle entwickelt. Die Testumgebung besteht nach Informationen der Experten aus räumlich getrennten Prüfständen, die über eine EtherCAT-Verbindung echtzeitgekoppelt sind. „Durch die virtuelle Welle werden die Lastmaschinen in beiden Komponenten-Prüfständen so angesteuert, dass das Systemverhalten einer realen mechanischen Welle entspricht“, erklärt Professor Stefan Pischinger, President und CEO der FEV Group und Leiter des Lehrstuhls für Verbrennungskraftmaschinen der RWTH Aachen. „So lässt sich eine Interaktion – beispielsweise zwischen Motor und Getriebe – erzielen und dies bereits im Prototypenstatus, also bevor beide Komponenten physisch adaptierbar sind. Dies spart wichtige Entwicklungszeit.“

Weiter heißt es, dass die Vernetzung der Prüfstände über die virtuelle Welle deutliche Vorteile biete: Neben der Zeitersparnis liegen diese vor allem in einer geschützten Testumgebung und den intensiven Überwachungsmöglichkeiten für das einzelne Testobjekt. So werden Schäden an Prototypen wirkungsvoll vermieden. Weiterhin lassen sich durch die virtuelle Verbindung auch Kombinationen eines Hybridantriebs testen, welche mechanisch noch nicht kompatibel sind und erst umfangreich adaptiert werden müssten. „Beim konventionellen Entwicklungsprozess wird schrittweise die Komplexität von der Einzelkomponente bis hin zum Systemtest im Fahrzeug erhöht“, erklärt Dr. Albert Haas, globaler Bereichsleiter Test Systems bei der FEV. Die virtuelle Welle leiste somit einen wertvollen Beitrag, die steigende Komplexität moderner hybrider Antriebe zu beherrschen und einen effizienten Entwicklungsprozess zu ermöglichen, so Haas.

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