Leichtbau-Konzeptfahrzeug des Ford Fusion

Dank Aluminium, Magnesium und Karbonteilen hat der Ford Fusion rund 180kg abgespeckt. Bild: Ford

Wann nun können die Kunden den Mittelklassewagen mit Kleinwagenverbrauch kaufen? Wahrscheinlich nie. Denn die Material- und Herstellungskosten sind zu hoch für ein Volumenmodell wie den Fusion, der in Deutschland unter dem Namen Mondeo firmiert. In Zusammenarbeit mit Cosma International, einer Tochterfirma von Magna International, verbauten die Ford-Ingenieure vor allem Aluminium, Magnesium und Kohlefaser in dem Prototypen. So ist beispielsweise die Ölwanne aus Kohlefaserwerkstoffen, während die Bremsscheiben aus stahlummantelten Aluminium bestehen.

Der hohe Preis ist das Problem. Stellt man beispielsweise einen Sitzrahmen aus Kohlefaserwerkstoffen her statt aus Stahl, so spart das nicht einmal ein Kilogramm an Gewicht. Aber die Kosten für den Rahmen liegen zwischen 53 und 73 Dollar. Für einen Stahlrahmen sind es lediglich 12 Dollar. „Ich bin mir nicht einmal sicher, ob die Leute von unserem Entwicklungsteam diesen Preis bezahlen würden“, sagt David Wagner, der technische Leiter von Ford.

Doch mit dem neuen F-150 Pickup, der Ende des Jahres erscheint, zeigt der Detroiter Autobauer, dass es Leichtbaufahrzeuge bis zur Serienreife bringen können. Fords Bestseller wird dank Aluminium-Karosserie rund 320 kg weniger wiegen als noch die aktuelle Version. Und das zu einem bezahlbaren Preis.

Fords Konkurrenten blicken selbstverständlich eher kritisch auf die Leichtbauprojekte von Ford. Neben der Gewichtsreduzierung seien weitere Ansätze vonnöten, um den Spritverbauch zu minimieren. Bob Lutz, ehemaliges Vorstandsmitglied von GM, ist der Überzeugung, dass es keinen Königsweg gibt. Man müsse vielmehr effiziente Antriebe, leichte Materialien, verfeinerte Aerodynamik und die Plug-in-Technologie miteinander kombinieren.

Auch Sergio Marchionne, Vorstand von Fiat-Chrysler, bleibt skeptisch. Er ist der Ansicht, dass ein Pickup mit Aluminium-Karosserie einer Kosten-Nutzen-Analyse nicht standhalten würde.

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Barb Samardzich, Chief Operation Officer von Ford Europe, spricht beim AUTOMOBIL FORUM am 26.6.2014 in München.

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Gabriel Pankow