GM Zündschloss

Zündschloss-Einheit von GM: Bei dem neuerlichen Problem geht es darum, dass sich der Zündschlüssel aufgrund defekter Schließzylinder aus dem Zündschloss entfernen lässt, während der Motor noch läuft. Bild: GM

GM erklärte am Donnerstag (10. April) in Detroit, dass bei den Zündschlössern nicht mehr nur der eigentlich problematische Schalter ausgetauscht wird, sondern auch der Schließzylinder. Es sei unter Umständen möglich, den Schlüssel bei laufendem Motor herauszuziehen. Deswegen habe es mehrere hundert Beschwerden gegeben; der Defekt habe in einem Fall dazu geführt, dass ein Fahrzeug versehentlich losgerollt sei und eine Person verletzt habe. Dem Unternehmen sei aber kein tödlicher Unfalls wegen dieses spezifischen Defekts bekannt.

Belastungen in Milliardenhöhe

Gleichzeitig gab der Konzern bekannt, dass er für das abgelaufene erste Quartal mittlerweile mit Belastungen aus den Reparaturen diverser Mängel von rund 1,3 Milliarden Dollar (940 Mio Euro). Bislang hatte die Rechnung bei 750 Millionen Dollar gestanden. Hinzu könnten Strafen sowie Entschädigungen aus Zivilprozessen kommen.

Bei den betroffenen Fahrzeugen handelt es sich laut GM um die Modelle Saturn Ion (Modelljahre 2006-2011), Chevrolet Cobalt (2005-2010), Pontiac (Solstice 2006-2010) , Pontiac G5 (2007-2010), Saturn Sky (2007-2010) und Chevrolet HHR (2006-2011).

Durch den neuerlichen Rückruf hat GM in diesem Jahr weltweit insgesamt 9,6 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen, davon 2,59 Millionen zweimal.
Der Schließzylinder für die Zündung ist ein separater Bestandteil des gesamten Zündschlosses und wird nicht durch den Austausch behoben, der heute (11. April) beginnen soll. GM hofft aber, die neuen Teile so rechtzeitig zu den Werkstätten senden zu können, dass die beiden nötigen Reparaturen auf einmal erledigt werden können.

Der Opel-Mutterkonzern hatte zuvor weltweit 2,6 Millionen Wagen wegen der fehlerhaften Zündschlösser zurückgerufen. Ein Schalter ist zu schwach ausgelegt, weshalb der Zündschlüssel bei voller Fahrt in die “Aus”-Position springen kann. Auch Airbags, Servolenkung und Bremskraftverstärker funktionieren dann nicht mehr. GM bringt 13 Unfalltote damit in Verbindung.

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Andreas Karius/dpa