Special Innenraum Heizgerät Webasto

Webastos neues Heizmodul wiegt 1,9 Kilogramm Gewicht, hat eine Heizleistung zwischen 0,2 und fünf kW und einen Wirkungsgrad in Höhe von 99 Prozent. - Bild: Webasto

Es ist kalt an diesem sonnigen Herbsttag. Obwohl schon fast 12.30 Uhr, zeigt das Thermometer knapp minus zehn Grad Celsius. Die Scheiben des Mitsubishi i-MIEV sind vereist, frostig ist?s im Innenraum. Doch es dauert nicht lange, bis das Eis außen zu schmelzen beginnt und sich drinnen eine angenehme Wärme ausbreitet. Trotzdem steigen wir aus und verlassen die Kältekammer. Wir sind zu Gast im Testlabor von Webasto. Und haben hier just die theoretischen Erläuterungen von Dr. Christian Hainzlmaier zum neuesten Produkt im praktischen Betrieb erlebt: Die Effizienz des Webasto Hochvoltheizers, kurz “HVH” genannt, der ab 2015 zur Standardausrüstung möglichst vieler Plug-in-Hybride und Elektroautos gehören soll.

Das Ziel ist die Marktführerschaft

“Unser Ziel ist klar gesteckt: Wir wollen auch bei der Beheizung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben Marktführer werden,” gibt sich Dr. Joachim Damasky, Vorstandsvorsitzender des Unternehmensbereichs Webasto Thermo & Comfort, zuversichtlich und hat dabei “einen Anteil von 25 Prozent auf dem Weltmarkt” im Visier. “Wir sind dafür mit unserem neuen Produkt hervorragend aufgestellt”, läutet er selbstbewusst die Beschreibung des “HVH” ein, der wie eine klassische Fahrzeugheizung funktioniert: Das Gerät ist in den Wasserkreislauf integriert, heizt die Kühlflüssigkeit auf 70 Grad auf und transportiert sie zum Wärmetauscher.

Keramik beschleunigt Marktanteil

In dem silberfarbenen HVH-Kasten steckt eine innovative Technologie in Gestalt einer wenige Millimeter dicken Keramikschicht, die direkt auf den Heizdrähten aufgebracht ist. “Diese Schicht-Technologie hat sich nach zahlreichen Tests als die effizienteste erwiesen”, so Hainzlmaier. “Wir erreichen damit auf kleinem Bauraum und bei geringem Gewicht ? das Gerät wiegt 1,9 Kilo ? eine hohe Heizleistung.” Was die Demonstration in der Kältekammer nachhaltig unterstreicht: Der Innenraum ist in Höhe des Fahrerkopfes innerhalb von 6,1 Minuten auf 20 Grad aufgeheizt. “Damit sind wir 4,7 Minuten schneller als eine konventionelle Heizung mit PTC-Technologie”, erklärt der Experte stolz. Auch die Energiebilanz kann sich sehen lassen: Im Zeitfenster von einer Minute benötigt der Hochvoltheizer nur maximal drei kW, eine PTC-Heizung dagegen bis zu sieben kW. Die Heizleistung lässt sich stufenlos zwischen 0,2 und fünf kW regeln, der Wirkungsgrad liegt bei 99 Prozent.

Die ökologische Komponente: Der Heizkern besteht, so Dr. Damasky, aus “leicht verfügbaren, unkritischen Rohstoffen, wir verwenden also weder Seltene Erden noch Blei.” Auch in punkto einer effzienten Montage hat sich Webasto Gedanken gemacht: Die kompakten Abmessungen des Moduls und die Installation der Anschlüsse auf nur einer Seite erlauben flexible Plug-and-Play-Einbaupositionen mit einem minimalen Platzbedarf für Kabel und Schläuche.

Anfang 2013 werden die ersten Prototypen an Automobilhersteller geliefert, im zweiten Quartal 2015 soll dann die Produktion im Webasto-Werk Neubrandenburg anlaufen.

Egbert Schwartz