35. Wiener Motorensymposium Mai 2014

In insgesamt 42 Vorträgen und anhand zahlreicher Exponate, die teilweise auch getestet werden können, tauscht sich das Who-is-who der Antriebsstrangentwickler in diesem Jahr zum 35. Mal beim Motorensymposium in der Wiener Hofburg aus. Bild: fu

Dass Elektroantriebe dazu beitragen, das Leben des Verbrennungsmotors zu verlängern, ist sich Hans Peter Lenz, Vorsitzender des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) und Veranstalter des Wiener Motorensymposiums, in seiner Eröffnungsansprache sicher. “Es findet ein wahres Fest kleiner Motoren statt“, freute sich der Motorenexperte am Donnerstag und gab einen Ausblick auf die beiden Veranstaltungstage.

Ein Schwerpunkt gilt dabei den weiteren Potenzialen der beiden Verbrennungssysteme wie auch der sinnvollen Kombination mit E-Antrieben. Audi-Chef Rupert Stadler betonte am Donnerstag, dass man ein Nebeneinander der Konzepte erleben werde. 2030 werden Autos zu 40 Prozent hybridisiert oder teilhybridisiert sein. Den Diesel sieht er als unschlagbare Waffe für die USA; bei der Elektrifizierung den weitesten Praxisnutzen in den Plug-in-Hybriden.

Welch enormes Potenzial noch in den Verbrennungsmaschinen steckt, aber auch welch große Anstrengungen zu deren Weiterentwicklung notwendig sind, betonte Helmut List, Vorsitzender der Geschäftsleitung der AVL List GmbH. Der Engineeringexperte stellte in Wien mit „Drive 4.0“ eine modellbasierte Entwicklungsmethode vor, die ein probates Mittel zur Bewältigung der Rahmenbedingungen durch immer kürzere Entwicklungszyklen sowie die strengen Vorgaben der Gesetzgebung bieten will. Die größten Aufgaben für die beiden Verbrennungssysteme sieht AVL-Experte Fraidl beim Diesel in den Emissionen, beim Otto im Verbrauch. Am ersten Kongresstag widmeten sich die Experten von OEM und Zulieferern denn auch den Möglichkeiten, wie die große Hürden durch die kommenden Abgasnormen EU 6 und 6c genommen werden können.

Einen interessanten Ansatz im Bereich der Ottomotoren repräsentiert dabei das Gasoline Technology Car, ein Verbundprojekt von Continental und Schaeffler in Zusammenarbeit mit Ford und Emitec, das auf Basis des Ford Focus mit dem 1.0 Eco Boost-Aggregat die Möglichkeiten einer merklichen CO2-Reduzierung auf Basis bestehender Komponenten der beteiligten Häuser aufzeigt. Kern des Systems ist ein so genanntes 48-Volt “Eco Drive“-System, das im Verbund mit zahlreichen Detail-Optimierungen den aktuellen CO2-Ausstoß des Ford-Modells von 114 g/km auf die magischen 95 Gramm reduzieren kann.

Über das “Eco Drive”-System sowie über weitere Highlights des Motorensymposiums lesen Sie mehr in der Juni-Ausgabe von AUTOMOBIL PRODUKTION.

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Götz Fuchslocher