Johnson Controls ie:3

Konzeptfahrzeug ie:3 von Johnson Controls: Die Rückenlehne der Rücksitzbank lässt sich bis zu einem 45-Grad-Winkel neigen, die Sitzfläche um 15 Grad nach oben neigen. Der Vordersitz wird zur Fußstütze. - Bild: Auto-Medienportal.Net

Johnson Controls Automotive Experience, mit rund 18 Milliarden US-Dollar einer der großen im Zulieferergeschäft, bringt jetzt sein drittes Konzeptfahrzeug bei der Internationalen Automobil Ausstellung in Frankfurt in Europa an den Start.

Die Entwickler nennt das Fahrzeug auf Basis eines Kia Soul “ie:3″, was für “inspired efficiency” – Effizienz, wie sie der Zeitgeist fordert – steht. Es geht allen um Masse und Maße. Deswegen wählte man einen Kompakten mit weniger als vier Metern Länge und einer hohen, eckigen Kabine. Es geht auch um elektrische Mobilität, in diesem Fall als batterieelektrisches Fahrzeug. Außerdem will man zeigen, was mit neuen und Materialien alles beim Gewicht und für die viel gelobte Nachhaltigkeit erreicht werden kann. Und zu guter Letzt geht es auch um die Mensch-Maschine-Schnittstelle, um die Frage, wie man die Bedienung auch mit Hilfe der Elektronik erleichtern kann und wie man es schaffen kann, auch die nächste Generation der elektronischen Endgeräte von daheim ins Auto zu integrieren.

Beeindruckend ist das Sitzkonzept. Es soll bei den Maßen bis zu einem Viertel kleiner ausfallen und auch bei der Masse einsparen. Dass die Stoffe aus recyceltem Kunststoff bestehen, sich dennoch wertig anfühlen und auch von den Eigenschaften herkömmlichen Materialien entsprechen, darf man voraussetzen. Intelligent wird es aber, wenn es an die Flexibilität geht. Die Sitzflächen lassen sich hochklappen wie bei einem Kinositz. So entsteht zum Beispiel neben dem Fahrersitz ein leicht erreichbarer Platz für den Einkauf und anderes.

Kleiner Innenraum mit maximaler Raumsausnutzung

Klappt man die Rückenlehne des nicht auf Schienen montierten, also unverrückbaren Sitzes nach vorn, senkt sich der Sitz insgesamt ab. Macht man das auch mit der Rückenlehne eines Rücksitzes, taucht der Sitz ebenfalls ab und es entsteht ein langer, tief liegender Laderaum. Man kann den umgelegten Vordersitz aber als hinten rechts sitzender Passagier auch als Fußstütze benutzen. Wenn man dann auch noch die Rückenlehne auf 45 Grad nach hinten klappt und die Sitzfläche um maximal 15 Grad nach hinten neigt, entsteht für den Hinterbänkler ein Lounge-Sitz wie in der Business-Klasse einer guten Airline ? und das in einem Kleinwagen. Man kann aber auch seine Freude an den maximal 2.200 Liter Ladevolumen haben, wenn man alles bis auf den Fahrersitz umgelegt hat.

Stauraum findet sich im Innenraum reichlich, auch in der Armaturentafel mit einem großen Handschuhfach von rund 30 Litern und einer Ablage unter der Abdeckung der Armaturentafel. Die Armaturentafel besteht aus mit Getreidefasern verstärktem Kunststoff und deren Abdeckung aus einem groben Gewebe, das sich 3D-Spacer-Netz nennt.

Den besonderen Clou des Innenraums stellt sein Himmel dar. Der trägt nicht nur eine Ambiente-Beleuchtung mit wechselnden Farben. Er ist auch der Lautsprecher der Leichtbau-Audiointegration. Statt Lautsprechern in den Türen sorgen kleine Transmitter im Himmel für die Schallübertragung. Das verbessert den Klang, senkt das Gewicht und gibt den Designern Raum für neue Ideen in den Türen.

Zentrale Bedienung über ein Touch-Display

Ein Neun-Zoll-Multi-Touch-Display erlaubt Fahrer und Beifahrer, das Fahrzeug und die bordeigene sowie die mitgebrachte Elektronik zu bedienen. Alternativ dazu kann auch ein virtuelles Kombiinstrument mit 6,5-Zoll-TFT-Modul im Blickfeld des Fahrers ähnliche Aufgaben übernehmen. Das Infotainment-System kann auch über einen verschiebbar auf der Mittelkonsole angebrachten Controller gesteuert werden.

Interessant auch ein Head-up-Display, das seine Daten auf eine kleine Scheibe im Blickfeld des Fahrers farbig projiziert. Es handelt sich um eine kleine, leicht zu integrierende Einheit, die den Einzug dieses System kostengünstig auch in kleinere Fahrzeugklassen ermöglicht.

Seinen Strom für den Vortrieb bezieht das Konzeptfahrzeug aus einer 23,7 kWh-Lithiumionen-Batterie, die aus dem Joint Venture von Johnson Controls Power Solutions und dem französischen Batteriehersteller Saft stammt. Sie liegt komplett unter dem Fahrzeugboden und besteht aus 216 Zellen mit je 30 Ah. Sie soll für eine Reichweite von 160 Kilometern ausgelegt sein.

Johnson Controls sagt, alle Technologien seien so gut wie fertig entwickelt. Ein Einsatz in der Serie sei für Fahrzeuge möglich, die ab 2015 auf den Markt kämen.

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ampnet/Sm