Antonio Tajani

EU-Industriekommissar Antonio Tajani sieht "keinen Grund", den deutschen Autobauern mehr Zeit zur Einhaltung von EU-Vorgaben zu gewähren. - Bild: EU

Für einen Aufschub für deutsche Hersteller sehe sie keinen Grund, schrieb die Brüsseler Behörde in einem Brief an die Bundesregierung. Das bestätigte der Sprecher von EU-Industriekommissar Antonio Tajani am Dienstag.

Insbesondere Daimler will das seit Jahresanfang in der EU verbotene Kältemittel R134a weiter verwenden. Die Alternative mit dem Namen R1234yf lehnt das Unternehmen ab: Zwar schadet sie dem Klima weniger, doch hält Daimler sie nach Sicherheitstests für gefährlich. Die Substanz hatte in einem Test der Stuttgarter im September Feuer gefangen, wodurch sich gefährliche Flusssäure bilden könnte. Die kann zu schweren Verletzungen führen und bei Kontakt mit den Schleimhäuten sogar lebensbedrohliche Folgen haben.

Kein Aufschub durch die Brüsseler Behörde

Die Hersteller von R1234yf, die US-Unternehmen Dupont und Honeywell, erkennen Daimlers Testergebnisse nicht an und verweisen auf eigene Versuche, die keine erhöhte Gefährdung gezeigt hätten. Wegen Lieferproblemen hatte die EU-Kommission das Verbot klimaschädlicherer Kältemittel bis Anfang 2013 verschoben.

Wegen Lieferproblemen hatte die EU-Kommission das Verbot des klimaschädlicheren Kältemittels allerdings zunächst bis Anfang 2013 verschoben. Einen weiteren Aufschub hatte Daimler jüngst unterstützt vom deutschen Branchenverband VDA und der Bundesregierung beantragt – ohne Erfolg, wie sich nun herausstellte.

Kommission befaßt sich mit den Sicherheitsbedenken deutscher Autobauer

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es für die Schwaben aber noch: In ihrem Brief erbittet die Kommission weitere Belege für die Sicherheitsbedenken deutscher Autobauer. In diesem Punkt seien weitere Untersuchungen der EU-Kommission nötig, heißt es in dem Papier.

Auch der Autobauer erklärte am Dienstag auf Anfrage, man sei weiterhin in Gesprächen. Ein VDA-Sprecher sagte in Berlin, die EU-Kommission habe den deutschen Herstellern keine konkrete Frist gesetzt. Die deutschen Behörden seien aber aufgefordert, der EU die Sicherheitsprobleme anhand von Tests der Hersteller nachzuweisen. Letztlich bestehe Brüssel darauf, dass auch die Deutschen ein Kältemittel einsetzten, das den neuen, strengeren Umweltstandards entspreche.

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dpa/Guido Kruschke