Auf der Fertigungs- und Automatisierungsmesse METAV stellt Getrag einen neu entwickelten Boosted Range Extender aus. Es handele sich dabei um eine kostengünstige elektrische Antriebsstrangarchitektur, mit der sich die Vorteile konventioneller Antriebe, von Hybridantrieben sowie der reinen Elektroantriebe vereinen und sogar übertreffen lassen. (Foto: Getrag-Fimensitz).

Der Boosted Range Extender kombiniert eine moderne, mehrstofffähige Verbrennungskraftmaschine mit einem elektrischen Motor, einem Generator und einem lastschaltfähigen Zwei-Gang-Getriebe. Damit werde der Kraftstoffverbrauch verringert, der CO2 Ausstoß bei einer rein elektrischen Reichweite von 50 km auf 36 g/km reduziert.

Im Fahrbetrieb übernimmt üblicherweise der Elektromotor den Antrieb des Fahrzeugs. Bei niedrigem Ladestand lädt die Verbrennungskraftmaschine die Batterie auf. Auf langen Strecken kann das Fahrzeug auch direkt von der Verbrennungskraftmaschine oder sogar von beiden Maschinen angetrieben werden. Die Reichweite entspreche mit 600 km der eines konventionellen Fahrzeugs. Im Vergleich zu einem Vollhybriden sind beim Boosted Range Extender bei gleichen Fahrzeugleistungen bis zu 60 Prozent weniger Gesamtantriebsleistung (Verbrennungskraftmaschine, Elektromotor und Generator) installiert. Der Fahrspaß bleibe durch die spezielle Drehmomentcharakteristik erhalten.
„Der Boosted Range Extender bedarf keiner Revolution in der Infrastruktur und ist mit bereits vorhandenen Systemen marktfähig. So ist eine zeitnahe Markteinführung möglich” sagt Rolf Najork, Geschäftsführer für Forschung und Entwicklung. „Er bietet eine Lösung, die der Markt jetzt braucht und wird sogar künftigen verschärften Anforderungen mehr als gerecht. Entsprechend groß ist das Interesse an unserem Produkt, wir sind derzeit mit vielen Interessenten im Gespräch”. Besonders interessant dürfte der Boosted Range Extender für Fahrzeuge sein, die hauptsächlich in Ballungsräumen fahren. Diese Gebiete könnten so deutlich von Lärm und Emissionen entlastet werden. Mit der Plug-in Funktion sei auch ein Aufladen aus dem Stromnetz und damit ein rein elektrischer Fahrbetrieb möglich, so Getrag.