Nässedetektion Hella

Über ein piezoelektrisches Element detektiert der SHAKE-Sensor etwa Vibrationen und Luftschall von aufgewirbelten Wassertropfen und ermittelt daraus den Nässegrad zwischen Reifen und Straße. Bild: Hella

| von Götz Fuchslocher
SHAKE-Sensor Hella
Die SHAKE-Technologie ergänzt bestehende Assistenz- und Sicherheitssysteme und deckt den unsichtbaren Bereich zwischen allen Fahrerasistenzsystemen in unmittelbarerer Umgebung des Fahrzeugs ab. Bild: Hella

Gemeinsam mit Porsche hat der Licht- und Elektronikexperte Hella die Funktion der „Nässedetektion“ in Serie gebracht. Mit ihr lassen sich laut dem Zulieferer deutliche Nässe auf der Fahrbahnoberfläche erkennen und die Fahrsysteme vorbeugend auf ein stabileres Fahrverhalten regeln. Im neuen Porsche 911 ist zur Nässedetektion ein Structural Health and Knock Emission (SHAKE)-Sensor von Hella in den vorderen Radhausschalen integriert.Der Sensor erkennt den Fahrbahnzustand und detektiert den Wasserfilm an der Fahrbahnoberfläche.

Im neuen Sportwagen, der seit Frühjahr 2019 ausgeliefert wird, ist die Entwicklung als "Porsche WET-Mode" im Einsatz.Die Lösung ergänze bestehende Assistenz- und Sicherheitssysteme, da sie dem Fahrzeug ermögliche, seine Umgebung nicht nur zu „sehen“ (etwa über Radar- und Kamerasysteme), sondern auch zu „fühlen“. Somit decke sie den unsichtbaren Bereich zwischen allen Fahrerassistenzsystemen in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs ab, hört man von Hella.

Potenzial für autonomes Fahren

Über ein piezoelektrisches Element detektiert der SHAKE-Sensor etwa Vibrationen und Luftschall von aufgewirbelten Wassertropfen und ermittelt daraus den Nässegrad zwischen Reifen und Straße. Erkennt das System des neuen Porsche 911 eine nasse Fahrbahn, wird das Ansprechverhalten von Porsche Stability Management (PSM) und Porsche Traction Management (PTM) vorkonditioniert. Zudem erhält der Fahrer eine Warnung und die Empfehlung, in den WET-Mode zu wechseln. Dann passen sich verschiedene Systeme, wie etwa das Ansprechverhalten des Antriebs an, um eine größtmögliche Fahrstabilität zu gewährleisten.

„Das ist ein großer Vorteil gegenüber den meisten bisher verfügbaren Systemen, die erst dann warnen, wenn bereits eine kritische Fahrsituationen mit sehr nasser Fahrbahn eingetreten ist“, sagt Michael Jaeger, der in der Geschäftsleitung des Elektronikbereichs von Hella für die Aktuatorik und Sensorik zuständig ist. Daneben habe der Nässesensor auch Potenzial für das autonome Fahren. Denn um die Haftreibung und damit auch den Bremsweg bestimmen zu können, seien exakte Angaben über die Straßenverhältnisse entscheidend, so Jaeger. Genau diese könne der SHAKE-Sensor zuverlässig ermitteln.