Infiniti LE breit

Nissan will seine Ressourcen derzeit auf die Entwicklung kleinerer Premiumfahrzeuge konzentrieren, um den Konkurrenten Audi, BMW und Daimler im Kompaktwagen-Segment etwas entgegen zu setzen. - Bild: Nissan

Das sagte Nissan-Manager Andy Palmer dem “Wall Street Journal”. Der Konzern hatte das Konzeptfahrzeug Infiniti LE im Dezember 2012 in New York vorgestellt und die Markteinführung der Fünfsitzer-Limousine innerhalb von zwei Jahren in Aussicht gestellt.

Nun wird es wohl noch etwas länger dauern, bis der Wagen zu haben sein wird. Die Manager um Executive Vice President Palmer, der bei Nissan für die weltweite Produktplanung zuständig ist, hoffen darauf, dass bessere Technologie bald günstiger zu bekommen sein wird.

Japaner wollen “bestimmte technologische Entwicklungsschritte abwarten”

Am Horizont seien Fortschritte in der Elektroauto-Technologie zu erkennen, auf die zu warten es sich lohnt, so Palmer. “Bestimmte Technologien, die wir vor zwei Jahren noch nicht gesehen haben, werden bald verfügbar sein”, so der Manager. Dies werde wohl innerhalb eines Zeitrahmens der Fall sein, in dem Nissan ohnehin die Einführung des Infiniti LE geplant habe. Bevor Chancen ausgelassen würden und das Auto dann wieder mitten im Lebenszyklus neu konfiguriert werden müsse, sei es besser, das Fahrzeug gleich zu Beginn damit auszustatten.

Andy Palmer

Andy Palmer: "Am Horizont seien Fortschritte in der Elektroauto-Technologie zu erkennen, auf die zu warten es sich lohnt." - Bild: Nissan

Regierungen in aller Welt machen Druck auf Nissan und seine Rivalen zum Ausbau der Elektromobilität, wovon sie sich eine Senkung des CO2-Ausstoßes erhoffen. Premiumanbieter wie BMW, die GM-Marke Cadillac und Tesla Motors zielen mit ihren Elektrofahrzeugen dabei auf eine solvente Kundschaft.

Die Verkäufe vollständig elektrisch angetriebener Autos wie Nissans Leaf machen bislang einen verschwindend geringen Anteil am Weltmarkt aus. Das liegt hauptsächlich daran, dass die derzeitige Batterie-Technologie bei Kosten und Reichweite nicht mit Verbrennungsmotoren mithalten kann. Elektrische Autos kosten 7.000 bis 10.000 US-Dollar mehr als Autos mit Verbrennungsmotor, sagte Palmer.

Nissan hat von seinem Leaf seit der Markteinführung im Dezember 2010 rund 65.000 Exemplare weltweit verkauft. In den USA kam Nissan im ersten Halbjahr diesen Jahres auf 9.839 Stück, was einem Marktanteil am amerikanischen Pkw-Markt von 0,1 Prozent entspricht.

Palmer setzt auf eine steigende Nachfrage. Die führe zu weiteren Innovationen, was sich wiederum positiv auf die Kosten für die Technologie auswirke. “Der Leaf ist kein Nischenfahrzeug mehr”, so der Manager. Wie so eine Entwicklung aussehen könnte, habe man bereits bei Technologien wie dem Airbag oder ABS gesehen. “Es geht sehr teuer los, wird billiger durch Innovationen und ist irgendwann gut bezahlbar.”

Marktreife des Infiniti LE steht noch in den Sternen

Wann der Infiniti LE denn nun auf den Markt kommen soll, wollte Palmer nicht sagen. Ein Nissan-Sprecher sagte separat, dass das Unternehmen seine Ressourcen derzeit auf die Entwicklung kleinerer Premiumfahrzeuge konzentrieren wolle, um den Konkurrenten Audi, BMW und Daimler im Kompaktwagen-Segment etwas entgegen zu setzen. Infiniti werde 2015 ein Fahrzeug auf den Markt bringen, welches gegen den Audi A3 antreten soll.

Für die Elektroautos hat Palmer Indien als einen bevorzugten Markt ausgemacht. Probleme mit den Batterien, die unter den hohen Temperaturen auf dem Subkontinent leiden, seien bereits aus dem Weg geräumt worden. Palmer hofft auf finanzielle Anreize für Elektroautos seitens der indischen Regierung, wie es sie bereits in anderen Ländern wie USA, Großbritannien, Japan, Irland und Norwegen gibt.

“Wo die Regierung die Nutzung elektrischer Autos unterstützt und dabei hilft, dass die Preise auf das Niveau der Verbrennungsmotor-Konkurrenz sinken, sehen wir eine gewaltige Nachfrage nach Elektroautos”, so Palmer. Er regte außerdem den Ausbau von Ladestationen in ganz Indien an, um einen sinnvollen Betrieb von Elektrofahrzeugen zu ermöglichen.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke