Kurt Sievers

Kurt Sievers: "Mit der neuen Chiplösung von NXP könne der CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs um rund drei Prozent verringert werden." - Bild: NXP

Der Halbleiter-Hersteller NXP hat dafür eine Lösung entwickelt, die am Donnerstag vorgestellt wurde. “Ob Radio, Sitzverstellung oder Fensterheber, all diese Funktionen sind im Fahrbetrieb vernetzt und normalerweise permanent aktiv”, sagte Kurt Sievers, bei NXP für die Automobilsparte zuständiger Manager. Mit dem Chip sollen künftig alle Funktionen individuell angesteuert werden.

Chiplösung kann CO2 Ausstoß verringern

Das sei eine “bahnbrechende Entwicklung für die Fahrzeugelektronik”, sagte Sievers. Bisher seien in Wagen der deutschen Oberklasse im Schnitt über hundert Funktionen über eine einzige Schaltzentrale (Bus) angesteuert worden. “Viele der Funktionen wie die Sitzsteuerung, das Schiebedach oder der Fensterheber werden aber nicht ständig genutzt.” Mit der neuen Lösung könne der CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs um rund drei Prozent verringert werden, der Benzinverbrauch würde um etwa 0,11 Liter auf 100 Kilometern reduziert.

Die Chiplösung (CAN Tansceiver TJA1145) ermögliche nun erstmals, jede Funktion im Netzwerk einzeln anzusprechen. Zuvor hatten sich die führenden deutschen Automobilhersteller auf einen entsprechenden Standard verständigt, auf den nun der erste Chip seiner Art aufsetzt. Erste Fahrzeuge deutscher Hersteller werden mit der nächsten Generation auf den Markt kommen. NXP Semiconductors mit Sitz in Hamburg war 2006 aus dem Halbleitergeschäft von Philips ausgegliedert worden. Das Unternehmen stellt Chips unter anderem für Autos, Fernseher und Ausweisdokumente her.

dpa/Guido Kruschke