Quant E-Sportlimousine

Stolz: Nunzio La Vecchia, Chef-Entwickler von nanoflowcell und Jens-Peter Ellermann, Aufsichtsratsvorsitzender, präsentieren das Nummernschild für ihre Sportlimousine. Bild: nanoflowcell

Die Übergabe des amtlichen Kennzeichens erfolgte an den Entwicklungschef der nanoflowcell AG, Nunzio La Vecchia. Das sei ein historischer Moment für das Unternehmen und vielleicht sogar für die E-Mobilität als solche, so La Vecchia und ergänzt: “Wir sind äußerst stolz, dass wir als kleines Unternehmen eine solch visionäre Technologie entwickeln. Und unsere Entwicklungsreise fängt jetzt erst richtig an.” Momentan arbeitet das nanoflowcell Team zusammen mit seinen Partnern an der Homologation der Quant E-Limousine für die Serienfertigung.

“Mit der Straßenzulassung für Deutschland und Europa können wir mit unseren Partnern in die Detailplanung einsteigen?, erklärt La Vecchia. Außerdem denke das Unternehmen über verschiedene Investitionsmöglichkeiten für das ambitionierte Projekt nach. Auch ein Börsengang sei möglich. “Damit könnten wir noch schneller die Einsatzmöglichkeiten und Potentiale der Flüssigbatterie vorantreiben”, verdeutlicht La Vecchia. Erste Gespräche hätten bereits stattgefunden.

Die Flussbatterie oder Redox-Flow-Batterie (RFB) ? auch Flüssigbatterie oder Nasszelle genannt ? ist eine Ausführungsform eines Akkumulators. Sie speichert elektrische Energie in chemischen Verbindungen in Form von flüssigen Elektrolyten. Die Flüssigkeit altert kaum und bleibt in Menge und Regenerations-Fähigkeit ohne Memory-Effekt völlig verschleißfrei. Flusszellen wurden bereits in den 1970er Jahren entwickelt und werden vielfach in großtechnischen Anlagen verwendet, zum Beispiel als Pufferbatterie für Windkraftanlagen. Im Zuge der Entwicklung von Automobilen mit elektrischem Antrieb wird seit knapp 10 Jahren wieder verstärkt an Redox-Flussbatterien geforscht.

Auch als Energiespeicher rund um das Haus ist die Flusszelle bereits etabliert. In mehreren Versuchsanordnungen hilft sie, den Solarstrom für die Nacht zu konservieren, um ihn insbesondere für die Heizung im Haus sinnvoll einzusetzen. Der Vorteil der nanoflowcell gegenüber der herkömmlichen Flusszellen-Technologie liege in der fünffach höheren Energiedichte (600 Wh/Kilogramm oder Liter). Laut Hersteller gibt fast keine bewegten Teile, wenig Abwärme und dadurch einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent. Während in der bisherigen Anwendung der Redox-Flowcell mit mehreren Kubikmeter fassenden Elektrolyt-Tanks gearbeitet wird, genügen nun ein paar 100 Liter, um den Energievorrat für eine ausgedehnte Fahrt in der QUANT e-Sportlimousine zu gewährleisten.

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Gabriel Pankow