Unter dem Motto „Solving the Powertrain Puzzle“ veranstaltete die Schaeffler Gruppe für ihre

Unter dem Motto „Solving the Powertrain Puzzle“ veranstaltete die Schaeffler Gruppe für ihre Kunden das zehnte Schaeffler Kolloquium. Bild: fu

Mehr als 700 Teilnehmer diskutierten in Baden-Baden Lösungen für moderne Antriebsstränge. Mehr als zwei Ideen pro Kolloquium gehen innerhalb eines Zeitraums von sechs Jahren in Produkte über, erklärte Prof. Dr. Peter Gutzmer, bei Schaeffler im Vorstand für Forschung & Entwicklung. Diesmal könnten es wohl vier werden, prognostizierte der Maschinenbauer und Experte für Verbrennungsmotoren in seinem Plenum-Vortrag am ersten Tag der Veranstaltung.

Anlass zu dieser positiven Vorausschau geben die bekannten und großen Themen in der Branche, zu denen der Zwang zur Reduzierung von Schadstoffen und des Verbrauchs und etwa die zunehmende Mobilitätsnachfrage in den Städten zählen. Bereits heute werden etwa 80 Millionen Fahrzeuge pro Jahr hergestellt. 2020 werden es um die 100 Millionen sein. Seien es heute 400.000 E-Fahrzeuge, werden es 2020 eine Million werden, so Gutzmer. Dann, so der Experte, werde es auch gesetztlich interessant. Sehr wohl wolle der Gesetzgeber dabei aber keinen Einheitsantrieb. Ein Schlüssel liege dabei im Getriebe. Für Ingenieure werde es schlicht komplexer. Gutzmers Prognose für die Regionen: In Japan werden sich Hybride durchsetzen, in China müsse man das Thema „50 Kilometer Reichweite“ spielen und in Europa werde die Dominanz der Diesel durch Hybride gedämpft.

Laut Gutzmer werden die klassischen großen Aggregate mit acht oder gar 12 Zylindern in die Nische rutschen. Sehr wohl werde man aber Drei- und Vierzylindermotoren mit dem Komfort eines Achtzylinders erleben. Motorexperte Gutzmer erachtet dabei die Chancen des Dreizylinders als größer als jene von Motoren mit zwei Brennräumen. Die werde man eher in Range Extendern erleben. Als ein großes Zukunftstthema sieht man bei Schaeffler die rollende Reibung anstelle gleitender Reibung. Neue Themen werden etwa die Variabilitäten in der Steuerung von Verbrennunsgmotoren sein, das kupplungslose Schaltgetriebe oder etwa der weite Einsatz von 48-Volt-Bordnetzen in den nächsten fünf bis zehn Jahren.

Für die heißen Themen rund um den Antriebsstrang ist das Schaeffler Kolloquium mittlerweile zu einem der großen Anlässe avanciert. Vor 36 Jahren, im August 1978, luden die Experten für mechanische Systeme LUK anlässlich eines runden Geburtstags des damaligen Entwicklungsleiters Paul Macher zahlreiche Experten zum Gespräch rund um das Thema Kupplung. Damals waren es 40 Gäste, wie Maria-Elisabeth Schaeffler in ihrer Begrüßungsansprache betonte. Heute feiert die im Vierjahres-Turnus stattfindene Veranstaltung ihr zehntes Jubiläum. Und lockt 730 Gäste für zwei Tage in die beschauliche Kurstadt, um die Zukunft von Antriebssträngen in einer globalisierten Welt zu diskutieren.

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Götz Fuchslocher