Drei-Kammer-Luftfedersystem von Vibracoustic

Vibracoustic bringt ein schaltbares Drei-Kammer-Luftfedersystem in Serie. Bild: Vibracoustic

| von Götz Fuchslocher

Das Drei-Kammer-Konzept kommt laut Vibracoustic in der neuen SUV-Baureihe eines deutschen Premiumherstellers zum Einsatz. Das System soll das Fahren nicht nur komfortabler oder dynamischer, sondern auch sicherer machen, heißt es. Mit dem schaltbaren Drei-Kammer-Luftfedersystem können je nach Fahrsituation und Bedarf vier verschiedene Steifigkeiten dargestellt werden. Die Schaltbarkeit habe man entwickelt, um den Zielkonflikt zwischen Komfort und Fahrdynamik zu lösen. Bei schaltbaren Luftfedern unterteilt Vibracoustic die Druckluft in drei Kammern. Mit Hilfe von Ventilen können diese Kammern zu- oder abgeschaltet werden, um das Luftvolumen zu verändern. Je mehr Volumen zur Verfügung gestellt werde, umso weicher sei die Feder; bei weniger Luftvolumen verhalte sie sich entsprechend härter, hört man vom Zulieferer. Auf diese Weise lassen sich die drei Kammern so kombinieren, dass die jeweils erforderlichen Federeigenschaften erreicht werden, von sehr komfortabel bis besonders sportlich.

Bei den neuen Luftfedern spielen auch die Schaltventile, die den Durchfluss regeln, eine wichtige Rolle. Die Ingenieure hätten daher ein Ventil entwickelt, das speziell auf die Anforderungen von schaltbaren Drei-Kammer-Systemen ausgelegt sei, heißt es. So müssen beispielsweise die Schaltzeiten kurz genug sein, um eine Schaltung überhaupt erst zu ermöglichen, außerdem müsse der Durchlass groß genug dimensioniert sein. Wie man beim Hersteller betont, konnten die Entwickler mit Hilfe einer Membran auch das Schaltgeräusch minimieren, damit dies nicht für Fahrer oder Passagiere im Fahrzeug wahrnehmbar sei. Dies spielt laut Vibracoustic insbesondere bei Elektrofahrzeugen eine Rolle, da hier keine Geräusche und Vibrationen des Verbrennungsmotors solche Geräusche überdecken.

Wie man bei Vibracoustic betont, könne man für die Schaltstrategie der Ventile die Grundlagen bereitstellen und die Automobilhersteller auch bei der Parametrisierung unterstützen. Die Schaltventile können je nach Anwendung sowohl manuell schaltbar als auch automatisch schaltend ausgelegt werden. Zudem will der Zulieferer schaltbare Luftfedern auch in Zwei-Kammer-Systemen zur Verfügung stellen. Mit diesen Systemen lassen sich zwar nur zwei verschiedene Steifigkeiten darstellen, mit der entsprechenden Regelung sei aber auch so beispielsweise eine effektive Wankstabilisierung möglich, so die Fahrwerk-Experten.