Am Steuer des Mirai sitzt Mistuhiro Kunisawa. Der japanische Journalist ist ein erfahrener Rallye-Pilot und startet in Trier mit seinem Privatfahrzeug, das gegenüber dem Serienmodell geringfügig modifiziert worden ist. Spezielle Bremsbeläge, Rennbereifung und ein Überrollkäfig sind die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale. Die Antriebsleistung, die den Wagen in 9,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt, bleibt mit 113 kW dagegen unangetastet.

Möglich wird der Einsatz des Mirai durch eine mobile Betankungseinheit des Kooperationspartners Linde. Der 14 Meter lange Lkw mit Sattelauflieger wird im Fahrerlager stationiert und hat bis zu 240 Kilogramm Wasserstoff aus nachhaltiger Produktion an Bord. Mit dieser Wasserstoffmenge kann der Mirai über 25.000 Kilometer Fahrstrecke zurücklegen. Der Tankvorgang dauert im Idealfall lediglich drei Minuten. Dabei kommt fast die gleiche Technik zum Einsatz wie bei den stationären Wasserstoff-Tankstellen.

Markus Bachmeier, Leiter Hydrogen Solutions bei Linde, sagte dazu: “Bei Rallyes kommt es auf Geschwindigkeit, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit an. Die Teilnahme des Mirai zeigt, dass die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie diese wichtigen Eigenschaften besitzt.”

Das 4,89 Meter lange Fahrzeug stößt weder CO2 noch andere Schadstoff- oder Lärmemissionen aus und bietet dabei dennoch ausreichend Dynamik und Fahrspaß für den Einsatz im Motorsport. Zudem ist der Mirai besonders sicher: Der Wasserstofftank besteht aus mehrschichtigem Kunststoff, umwickelt mit Karbon- und Glasfasern. Dies macht ihn so stabil, dass er selbst bei einem Zusammenstoß mit einem Lkw nicht zerstört werden kann ? und ist damit viel sicherer als ein klassischer Treibstofftank.

“Wir träumen davon, dass unsere Brennstoffzellen-Fahrzeuge ganz selbstverständlich in der WRC mitfahren können. Wir werden diese Technik daher auch weiterhin mit großem Elan und Ehrgeiz weiterentwickeln. Die fast geräuschlose Premiere in Trier ist für die Zuschauer sicher gewöhnungsbedürftig, dafür erleben sie die Technik einer nahezu schadstofffreien Zukunft”, so Yoshikazu Tanaka, Chef-Ingenieur des Mirai, der während der Renntage ebenfalls vor Ort sein wird.

Das japanische Brennstoffzellenauto ist bereits seit Dezember 2014 in Japan erhältlich und wird ab Oktober 2015 in Amerika, sowie in Großbritannien, Dänemark und Deutschland verfügbar sein.

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gp