Im Vergleich: Die maximale Vorverlagerung des Insassen während der automatischen Notbremsung ohne

Im Vergleich: Die maximale Vorverlagerung des Insassen während der automatischen Notbremsung ohne (links) und mit (rechts) aktivem Gurtaufroller. Bild: TRW Automotive

TRW stellt ein neues Sicherheitssystem vor, das den Schutz von Fahrzeuginsassen in kritischen Fahrsituationen oder bei Kollisionen verbessern soll. Für dieses System kombinieren die Ingenieure das automatische Notbremssystem (Automatic Emergency Braking – AEB) mit dem aktiven Gurtaufroller (Active Control Retractor – ACR)

Die integrierte Technologie warnt den Fahrer vor potenziellen Gefahren, verbessert die Position der Insassen relativ zu den Airbags und kann das Fahrzeug automatisch abbremsen. Das System wurde an den Standorten Koblenz und Alfdorf entwickelt und wird 2013 die Serienreife erreichen. Der ACR ist bereits seit 2002 auf dem Markt und derzeit in verschiedenen Fahrzeugmodellen erhältlich, beispielsweise von Mercedes, Hyundai, Jaguar und Audi.

Peter Lake, Executive Vice President, Sales and Business Development bei TRW, sagte: „Wir stellen fest, dass intelligente, sogenannte ‚kognitive‘ Sicherheitssysteme immer stärker in den Fokus der Automobilindustrie rücken. Wir wollen solche Lösungen daher über alle Fahrzeugklassen hinweg anbieten – von Luxusmodellen bis hin zu kostengünstigen Fahrzeugen in Schwellenländern. Neue Gesetzesvorgaben, beispielsweise die ABS- und Airbag-Pflicht in Brasilien, die ESC-Vorschrift in Europa und Nordamerika oder die Vorgaben für Lkw-Hersteller in Europa, automatische Notbremssysteme serienmäßig anzubieten, eröffnen eine Fülle neuer Möglichkeiten für die Integration von Sicherheitssystemen. Davon profitieren Hersteller und Endverbraucher. Die Integration von AEB und ACR ist nur ein Beispiel dafür, wie TRW die Fahrzeugsicherheit auf ein wesentlich höheres Niveau bringt.“

Beide Systeme verwenden unabhängig voneinander Daten von Umgebungssensoren oder der Fahrdynamik, um ohne Einwirken des Fahrers eine automatische Notbremsung zu ermöglichen (AEB) bzw. die Gurtlose zu reduzieren und so die Fahrzeuginsassen vor der Auslösung der Airbags in einer besseren Sitzposition zu halten (ACR).

Dr. Alois Seewald, Global Director for Integrated Active and Passive Safety Technologies bei TRW, erklärte: „Durch die Integration beider Systeme sind wir in der Lage, ein wesentlich höheres Maß an Sicherheit zu realisieren als wenn wir die Systeme getrennt arbeiten ließen – hier ist sozusagen das Ganze größer als die Summe seiner Teile. So hat der aktive Gurtaufroller nicht nur eine Rückhaltefunktion, sondern kann den Fahrer in kritischen Situationen auch zusätzlich warnen. Zusammen mit der automatischen Notbremsung kann er den Sicherheitsgurt einen Sekundenbruchteil früher straffen als dies bei einem klassischen ACR-System der Fall ist, das ausschließlich auf Daten der Fahrdynamik zurückgreift. Auch wenn wir hier nur über Millisekunden reden, können diese helfen, die Insassenposition vor einer drohenden Kollision zu verbessern.“

Das integrierte ACR/AEB-System verwendet einen Mittelbereichsradar in Kombination mit einer skalierbaren Videokamera, die unabhängig voneinander das Geschehen vor dem Fahrzeug beobachten. Während der Radar einen Bereich von bis zu 150 Metern abdeckt, verfügt die Kamera über ein kürzeres, aber breiteres Sichtfeld und kann Objekte vor dem Fahrzeug erkennen und klassifizieren. Identifizieren beide Sensoren eine kritische Situation, wird der Fahrer durch ein visuelles, akustisches oder haptisches Signal vor der potentiellen Gefahr gewarnt. Der ACR strafft zudem den Sicherheitsgurt vor. Durch das leichte Straffmoment wird der Fahrer zusätzlich gewarnt und die Gurtlose reduziert, so dass die Fahrzeuginsassen vor der Auslösung der Airbags in ihrer Sitzposition gehalten werden. Darüber hinaus werden die Bremsen automatisch vorbefüllt. Ist eine Kollision unausweichlich und der Fahrer reagiert nicht oder nur unzureichend, strafft der ACR den Sicherheitsgurt mit voller Kraft vor, um die Vorverlagerung der Insassen im Sitz zu minimieren. Im letzten Schritt löst das System eine automatische Notbremsung mit maximaler Bremskraft aus und bringt das Fahrzeug nach dem „point of no return“ schnellstmöglich zum Stehen.

Seewald ergänzte: „Die Kombination der ACR- und AEB-Systeme von TRW hilft sicherzustellen, dass der Sicherheitsgurt im Fall einer potentiellen Kollision gut vorgestrafft ist. Dies trägt dazu bei, die Insassen in ihrer Position zu halten und unterstützt zudem die Wirksamkeit anderer Rückhalte- und Sicherheitsmaßnahmen.“