Dem 8HP werden Vorzüge nachgesagt, die weit über seine zwei zusätzlichen Gänge hinausgehen.

Dem 8HP werden Vorzüge nachgesagt, die weit über seine zwei zusätzlichen Gänge hinausgehen. Bild: ZF

In der Tradition des 6HP, dessen Produktion nach mehr als sieben Millionen Einheiten in 13 Jahren dieser Tage auslief, setzt heute das 8-Gang-Automatgetriebe (8HP) von ZF nach Einschätzung von Experten Standards hinsichtlich Effizienz und Schaltperformance. Die Abmessungen beider Automatgetriebe sind nahezu identisch, und auch für das seit 2008 in Saarbrücken und seit Ende 2013 zusätzlich in Gray Court, South Carolina, USA, gefertigte 8-Gang-Automatgetriebe war BMW der Erstkunde.

Dem 8HP werden jedoch Vorzüge nachgesagt, die weit über seine zwei zusätzlichen Gänge hinausgehen ? und erklären sollen, weshalb ZF davon aktuell rund 8.800 Einheiten am Tag für Automobilhersteller weltweit fertigt: “Schon die erste Generation kam als flexibles Baukastensystem, sparte Gewicht, war Start-Stopp-fähig und erlaubte eine erneute Verbrauchseinsparung um bis zu 11 Prozent gegenüber dem 6HP”, sagt Michael Hankel, Mitglied des ZF-Vorstands und verantwortlich für Pkw-Antriebstechnik sowie Pkw-Fahrwerktechnik. Mit der 8HP-Vollhybrid-Variante stieg die Effizienz nochmals um 25 Prozent.

Bisher wurden über 5 Millionen Einheiten des 8HP produziert. Für 2014 beläuft sich die 8HP-Planzahl für Saarbrücken nach Angaben eines ZF-Sprechers auf 2,4 Millionen Stück und für Gray Court auf 250.000 Stück ? generationsunabhängig.

Mit dem Wechsel auf das 8HP hatte der Technologiekonzern einige fertigungstechnologische Veränderungen etabliert. So wurde bei den Planetenrädern beispielsweise das Außenschleifen durch das Hartdrehen ersetzt und die Bearbeitung der Planetenräder erfolgt seither durch Verzahnungs-Schleifen. Die drei exzentrischen Tiefbohrungen der Antriebswelle des 8HP erreichen das 65-fache des Tiefbohrungsdurchmessers. Deren Verlauf wird automatisch per Ultraschall geprüft. Auch erfolgt in der 8HP-Fertigung die Verbindung des “Hohlrad eins” und des Hohlradträgers durch einen patentierten Umformprozess statt Kopplung mittels Kronenverzahnung und Sprengring.

Im Juli 2014 nun startet ZF die Serienfertigung der zweiten 8HP-Entwicklungsstufe. “Dank zahlreicher Optimierungen unterstützt das 8HP der zweiten Generation unsere Kunden noch effektiver dabei, die stetig strengeren gesetzlichen CO2-Normen zu erfüllen ? und zwar kosteneffizient in Verbindung mit konventionellen oder hybridisierten Antrieben”, betont Hankel. Ganz endgültig verabschiedet sich der ZF-Konzern allerdings nicht vom 6HP. Im ZF-Getriebewerk in Shanghai werden weiterhin Einheiten dieses Getriebetyps für den chinesischen Markt vom Band laufen. Abnehmer dort sind derzeit Ford Australia, Great Wall, Jiangling Motors und SAIC (Shanghai Automotive Industry Corporation).

Christian Klein