Am Bertrandt Powertrain Solution Center in München wurden die Rollenprüfstände eingebaut.

Vergangene Woche wurden die ersten Rollenprüfstände des Bertrandt Powertrain Solution Center am Standort München angeliefert und eingebaut. Bild: Bertrandt

| von Götz Fuchslocher

Dieser Schritt ist ein weiterer Meilenstein in der Entstehung unseres Bertrandt Powertrain Solution Center. Wir gehen nun vom Bau des Gebäudes in die Integration der Technik über", sagt Andreas Singer, technischer Leiter des BPSC. "Ab Herbst, wenn das BPSC in Betrieb genommen wird, können wir neben konventionellen Antrieben mit unterschiedlichen Kraftstoffen auch alternative Antriebskonzepte wie Hybrid- oder Elektroantriebe nach den neuesten gesetzlichen Vorgaben testen und absichern.“ Das BPSC entsteht an zwei Standorten – in München und in Wolfsburg. Beide Gebäude sind baugleich. Insgesamt investiert das Unternehmen rund 80 Millionen Euro in den Bau.

Gesamt verfügt das Center über drei Allradrollen-Prüfstände und eine klimaüberlagerte Höhenkammer mit einem weiteren Allradrollen-Prüfstand. Die drei Allradrollen-Prüfstände haben eine Systemleistung von 360 kW je Prüfstand. Alle Kammern können einen Temperaturbereich von -7 °C bis +35 °C abdecken und können jeweils Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h abbilden. Die Prüfeinrichtung verfügt über 80 Stellplätze im Inneren des Gebäudes, die auf Temperaturen zwischen -25 °C und +23 °C konditionierbar sind. Die Fahrzeuge können somit schon vorab auf das spätere Prüfverfahren vorbereitet werden.

Eine Besonderheit ist der klimaüberlagerte vierte Allradrollen-Prüfstand mit Höhenkammer. In dieser speziellen Kammer können Höhen von bis zu 4.200 m und Temperaturen von -25 °C bis +45 °C simuliert werden. Zusätzlich verfügt diese über eine Sonnensimulation, die unterschiedliche Sonneneinstrahlungen abbilden kann. Diese Prüfzelle ist als Hochleistungssystem mit 550 kW Nennleistung und einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h ausgelegt. Damit ist es laut Bertrandt möglich, besondere Fahrsituationen zu simulieren, etwa Bergfahrten oder Heißland-Tests. Automobilhersteller müssen daher nicht mehr für jeden einzelnen Test in die spezifischen Länder fahren, sondern können diese vor Ort durchführen, so das Unternehmen. Dies sei ein wichtiger Schritt in Richtung Effizienz, aber auch Nachhaltigkeit und Umweltschutz in diesem Bereich.