Fraunhofer IDMT AVP3

Ein Ziel der Forschungsarbeiten am Fraunhofer IDMT ist es, virtuelle Produkte und Maschinen realistisch erklingen lassen. Bild: Fraunhofer IDMT

Wie das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie, kurz IDMT, meldet, handelt es sich um eine erste Version eines Werkzeugs zur digitalen akustischen Produktentwicklung. Bislang habe man VR-Technologie vor allem zur stereoskopischen, interaktiven Visualisierung von digitalen Modellen, Methoden und Simulationsergebnissen eingesetzt, so die Fraunhofer-Experten. Die Einbeziehung der realistischen Akustik von Objekten, die sich je nach Hörperspektive und Position ändere, wurde in VR-Umgebungen aber noch nicht berücksichtigt. "Das bedeutet, dass Geräusche von Produktmodellen bisher nicht wahrgenommen werden konnten. Das wird sich ändern", sagt Fraunhofer-Abteilungsleiterin Sandra Brix. Mit dem Werkzeug, wie es auf der hub.berlin (10. und 11.4.) gezeigt wurde, können Geräusche von Bauteilen, Maschinen und Geräten sowie kompletten Fahrzeugen realistisch wiedergegeben werden. Dies noch bevor das Produkt überhaupt gefertigt werde.

Wie die Ilmenauer Akustikexperten mitteilen, können damit einerseits akustische Eigenschaften frühzeitig überprüft, bewertet und optimiert werden, andererseits können kostenintensive Modellbauten realer Prototypen wegfallen. Das vorgestellte Werkzeug ist das Ergebnis des BMWi-geförderten Forschungsprojekts AVP3. Das Tool soll zukünftig im Bereich Virtual Engineering zum Einsatz kommen, um Produkte effizienter zu entwickeln. Ein Ziel ist es, via Virtual und Augmented Reality die Klangeigenschaften von Produkten realistisch bewerten zu können. Das IDMT war im Projekt für die Hörbarmachung (Auralisation) digitaler Produktmodelle verantwortlich. Laut den Fraunhofer-Forschern gilt dabei die Etablierung eines Formats zur Beschreibung und zum Austausch von akustischen Produktdaten als besondere Herausforderung. Einen entsprechenden Standard gebe es noch nicht, so Expertin Brix. In einem weiteren Schritt will man das Auralisierungswerkzeug so weiterentwicken, dass es nahtlos in VR-Systeme, wie etwa zur virtuellen Produktentwicklung, integriert werden kann.