Geplanter IAV-Standort in Heimsheim

Mit einem neuen Testzentrum adressiert IAV den steigenden Bedarf nach EMV-Tests in der Autobranche. Bild: IAV

| von Werner Beutnagel

Mit einem deutschen Autohersteller sei bereits eine langfristige Kooperation für die EMV-Fahrzeugentwicklung und EMV-Tests vereinbart worden, so das Unternehmen. „Mit unserem Testzentrum werden wir als einer von sehr wenigen Engineering-Partnern in Europa in der Lage sein, unseren Kunden den kompletten EMV-Entwicklungsprozess, angefangen beim Lastenheft über die Unterstützung bei der EMV-optimierten Hardwareentwicklung bis zur Integration ins Gesamtfahrzeug mit anschließender Freigabeempfehlung in-house und aus einer Hand anzubieten“, sagt Technik-Geschäftsführer Matthias Kratzsch.

Der Baubeginn des Testzentrums ist für den Spätherbst 2020 geplant, die Inbetriebnahme plant IAV für Anfang 2022. Herzstück des Testzentrums ist ein EMV-Prüflabor mit einem elektromagnetischemissionsfreien Rollenprüfstand für Fahrzeuge. Auf der Rolle können die IAV-Experten während des Testvorgangs alle prüfrelevanten Fahrmodi wie Beschleunigen, Bremsen oder Rekuperieren abbilden. Ergänzt wird das Labor durch eine EMV-Komponentenprüfeinrichtung, in der Komponenten vom Parksensor bis zur kompletten Fahrzeug-Hochvoltbatterie vermessen werden können.

Das Testzentrum sowie seine Komponenten- und Fahrzeugprüfeinrichtungen werden allen Fahrzeugherstellern und Zulieferern offen stehen. „Mit unseren Experten vor Ort können wir unsere Kunden dabei unterstützen, frühzeitig elektromagnetische Unverträglichkeiten bei ihren Fahrzeugen und Komponenten zu identifizieren, zu korrigieren und damit teure Mehrfachprüfungen zu vermeiden“, sagt Matthias Kratzsch.

Die Sicherstellung der elektromagnetischen Verträglichkeit werde in modernen Fahrzeugen immer anspruchsvoller, heißt es seitens IAV. Durch zusätzliche Funkdienste und den Elektroantrieb steige die Zahl potenzieller Störfaktoren. Gleichzeitig nehme auch die Zahl der Empfangseinrichtungen zu, dass die vor elektromagnetischen Einflüssen geschützt werden müssen. Im Fahrzeug können diese elektromagnetischen Störungen sonst zu ungewollten Effekten und Fehlfunktionen in der Elektronik führen. Aus diesem Grund müssen alle Hersteller elektronischer Geräte nachweisen, dass ihre Produkte die EMV-Richtlinien einhalten.

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