Innenleben der Geothermieanlage Bruchsal.

Ein Blick ins Innenleben der Geothermieanlage Bruchsal Bild: EnBW/Uli Deck

| von Götz Fuchslocher

Deutschland decke seinen Bedarf an Lithium bislang vollständig über Importe, doch die Nachfrage steige stetig, berichtet das KIT. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert nun das Verbundprojekt UnLimited, bei dem EnBW Energie Baden-Württemberg als Kooperationsführer gemeinsam mit dem Institut aus Karlsruhe und den Partnern Bestec, Hydrosion und Universität Göttingen eine Pilotanlage im Geothermiekraftwerk in Bruchsal einrichten wird.

Weltweit würden auch Geothermieanlagen zum Teil beachtliche Gehalte an Lithium im Tiefenwasser zeigen. Die Frage sei, wie es extrahiert werden könne, heißt es am KIT. Das Projekt UnLimited (Untersuchungen zur Lithiumproduktion aus heißen Tiefenwässern in Deutschland) setzt sich zum Ziel, die notwendigen technischen und wirtschaftlichen Grundlagen für eine Lithiumproduktion aus heißem Tiefenwasser in Deutschland zu entwickeln. „Das in Bruchsal erbohrte Wasser ist mit rund 150 Milligramm Lithium pro Liter Wasser relativ reich an Lithium“, so Jochen Kolb, Leiter der Abteilung Geochemie und Lagerstättenkunde am Institut für Angewandte Geowissenschaften des KIT. Es werde zwar nicht die bundesweit benötigte Menge liefern, doch diese heimische Produktion eröffne Alternativen für Lieferketten und reduzierte Umwelteinwirkung.

Im Rahmen eines Projekts entwickelte EnBW gemeinsam mit dem KIT ein Verfahren, mit dem sich im Labormaßstab das im Tiefenwasser gelöste Lithium nachhaltig gewinnen lässt. Ziel ist, im Pilotmaßstab Lithium aus Geothermalwasser bei gleichzeitigem Anlagenbetrieb zu gewinnen. Rund 30 bis 70 Liter Wasser werden pro Sekunde in jeder Geothermieanlage des Oberrheingrabens nach oben gebracht. In rund 40 Minuten käme die Menge Lithium für eine Batterie zusammen, so Experte Kolb. Die Projektkosten liegen bei rund 3,4 Millionen Euro. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt UnLimited mit einem Betrag von 2,7 Millionen Euro.

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