Batterieforschungszentrum_9

Batteriezellen gelten als eine Schlüsseltechnologie für die E-Mobilität. Deutschland könne es sich nach Meinung der Ministerpräsidenten von Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen nicht erlauben, die an den Standorten Ulm (im Bild: Helmholtz-Institut Ulm), Augsburg und Salzgitter vorhandenen Potenziale in Zukunft ungenutzt zu lassen. Bild: Helmholtz-Institut Ulm

Die Ministerpräsidenten von Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen haben die Standortwahl für die Batteriezellenforschung in Münster massiv kritisiert. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschweren sie sich über die Entscheidung von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU).

„Mit der Entscheidung für Münster, die wohl einen langwierigen Aufbau neuer Strukturen nach sich zieht, wird wertvolle Zeit im Wettlauf gegen Deutschlands Wettbewerber verloren“, heißt es in dem Schreiben an Merkel, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Batteriezellen gelten als eine Schlüsseltechnologie für die E-Mobilität.

Deutschland könne es sich nicht erlauben, die an den Standorten Ulm, Augsburg und Salzgitter vorhandenen Potenziale in Zukunft ungenutzt zu lassen. Die Regierungschefs Markus Söder (CSU/Bayern), Winfried Kretschmann (Grüne/Baden-Württemberg) und Stephan Weil (SPD/Niedersachsen) fordern Merkel auf, die Standortentscheidung nochmals zu prüfen und die fachlichen Gründe der Entscheidung „transparent und nachvollziehbar“ darzulegen.

Die Bundesregierung will in der Batterietechnologie im internationalen Wettbewerb aufholen und kurbelt die Forschung mit 500 Mio Euro an. Bis zuletzt war umstritten, welche Stadt den Zuschlag für die ‚Forschungsfertigung Batteriezelle’ bekommen soll. Hauptforschungstandort wird nun Münster in Nordrhein-Westfalen, wie Karliczek am Freitag (28. Juni 2019) mitgeteilt hatte. Dies war etwa in Sachsen und Bayern bereits auf Kritik gestoßen.