Pilotprojekt von TenneT und Daimler

Die Projektpartner erbringen den Nachweis im Test Lab in Kamenz: Automobile Batteriespeicher können systemstabilisierende Aufgaben von Großkraftwerken übernehmen. Bild: Daimler AG

| von Götz Fuchslocher

Das Ergebnis der Entwicklungspartnerschaft sei wegweisend, teilt Daimler mit. Demnach können automobile Batteriespeichersysteme Aufgaben von Großkraftwerken übernehmen und wesentlich zur Netzstabilisierung und zum Systemwiederaufbau beitragen. Die gemeinsame Studie wurde im Rahmen des Projekts Enera als Teil des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (SINTEG) des Bundeswirtschaftsministeriums durchgeführt. Mit ihr haben die Projektpartner nachgewiesen, dass automobile Batteriespeichersysteme auf Lithium-Ionen-Basis für eine hochdynamische Systemstützung wie auch für einen Systemwiederaufbau genutzt werden können - konkret beim Schwarzstart von Kraftwerken und zur Unterstützung von Massenträgheit. Letzten Endes könne hierdurch der Wegfall konventioneller Energieerzeugung mit kompensiert werden, heißt es hierzu von Seiten Daimlers.

2nd-Life- und Ersatzteil-Batterien

Für die Entwicklungspartnerschaft habe man im Testcenter in Kamenz den Prototyp eines Batteriespeichersystems aus automobilen Batterien mit einer gesamten Anschlussleistung von zirka einem Megawatt (MW) und einer Speicherkapazität von 750 Kilowattstunden (kWh) installiert. Dabei handele es sich um 2nd-Life- und Ersatzteil-Batterien, teilt Daimler mit. Durch den steigenden Anteil von wetterabhängigen regenerativen Energien werde die Stromerzeugung deutlich volatiler. Im Stromnetz müssen Erzeugung und Verbrauch im Gleichgewicht sein, um die Frequenz von 50 Hertz zu halten. Wie Daimler mitteilt, konnten die Projektpartner nachweisen, dass Batteriespeichersysteme in der Lage sind, Betriebsmittel der Energieversorgung und sogar ganze Kraftwerke nach beispielsweise einem großflächigen Netzausfall anzufahren. Hierfür kommen heute Dieselaggregate zum Einsatz, die die Turbinen von Kraftwerken (rotierende Massen) wieder in Bewegung versetzen und Hilfsaggregate versorgen. Die Entwicklungsstudie zeige, dass dies nahezu verlustfrei und deutlich umweltschonender auch durch Batteriespeicher geschehen könne, heißt es dazu.

Im nächsten Schritt der Entwicklungspartnerschaft wollen die Projektpartner gemeinsam die Anforderungen definieren, die eine Ausschreibung der zukünftigen Systemdienstleistung durch TenneT ermögliche.