HiVo-Patent_Trio

Patentiertes Einsparpotenzial (von links): Kalibrierzentrum, verdrehte Hirth-Verzahnung, Ausgleichswellen mit hohlem Lager). Bild: Hirschvogel

Dr. Hans-Willi Raedt, Vice President und Leiter Advanced Engineering bei der Hirschvogel Holding, lenkt den Blick bei der Beschreibung der ersten der neuen Erfindungen auf die Fertigbearbeitung beispielsweise von Antriebswellen für Hinterachsdifferentiale, Bauteile in Gleichlaufgelenkwellen oder auch Getriebewellen. Die Idee besteht darin, in eingeschmiedeten Zentren in derartigen wellenförmigen Bauteilen zusätzliche kleine Erhöhungen einzubringen.

„Diese Erhöhungen erlauben es, noch im gleichen Maschinendurchlauf - und damit ohne wesentliche zusätzliche Kosten - die Länge zwischen Zentren auf ein genaues Maß zu kalibrieren. Damit können auch bei hohen Genauigkeitsanforderungen an den Abstand der Zentren-Auflagenflächen (± 0,15 mm) kostengünstige Bauteile gefertigt werden, bei denen der Verzicht auf Abläng- und Zentriervorgänge zu deutlichen Kosteneinsparungen in der Fertigbearbeitung führt“, so Raedt.

Das Patent mit dem Titel „Verdrehte Hirth-Verzahnung“ wiederum beruht auf Erkenntnissen zur Belastung von Hirth-Verzahnungen zur Drehmoment-Übertragung, die einbaufertig angeschmiedet werden. Raedt erläutert die Vorteile so: „Bei einer Drehung der Zähne kann das übertragbare Drehmoment in die Haupt-Antriebsrichtung erhöht werden. Damit liegt zudem eine Geometrie vor, die nicht anderweitigen Schutzrechten unterliegt und dadurch die weitere Verbreitung von Hirth-Verzahnungen an umgeformten Bauteilen wesentlich erleichtern wird.“

Der Design-Ansatz „Ausgleichswellen mit hohlem Lager“ zu versehen, adressiere schließlich  den Leichtbau-Trend bei Motor-Komponenten. „In geschickter Kombination umformtechnischer Teilprozesse wird eine Wälzlagerfläche für die Nadellagerung einer Ausgleichswelle erzeugt, die im Inneren hohl ist. Diese Geometrie wäre zerspantechnisch in dieser Ausprägung nicht wirtschaftlich herstellbar. Die Lagerfläche bleibt auf der Unwuchtseite, auf der das Wälzlager hohe Tragkräfte aufnehmen muss, sehr massiv. Der Hohlraum mit geringerer Abstützwirkung liegt auf der Nicht-Unwuchtseite der Welle, auf der das Wälzlager funktionsbedingt keine Traglasten übernimmt. Dort hat die Lagerfläche nur die Funktion, die Wälzkörper in Position zu halten“, fasst Hans-Willi Raedt die Pluspunkte zusammen.